NIST: Referenzmaterial RM 8043 für forensische Labore — das erste mit degradierter DNA und Mischungen von zwei und drei Personen
Das US-amerikanische NIST stellte am 17. Februar 2026 das Referenzmaterial RM 8043 Forensic DNA Resource Samples vor. Damit können forensische Labore prüfen, ob ihre Methoden bei degradierten Proben und DNA-Mischungen richtige Ergebnisse liefern, Analytiker schulen und Untersuchungen validieren.
- Das Set besteht aus acht Fläschchen mit je etwa 180 µL Lösung menschlicher genomischer DNA von anonymen Spendern, die der Verwendung zugestimmt haben: Laut NIST enthalten sechs Fläschchen DNA hoher Qualität von Einzelpersonen oder Mischungen von zwei oder drei Personen, zwei weitere DNA von zwei dieser Personen, die durch UV-Bestrahlung kontrolliert degradiert wurde.
- Das Informationsblatt nennt nicht zertifizierte Konzentrationswerte von 2,3 bis 5,2 ng/µL, ermittelt per digitaler PCR (dPCR) mit einem Bayes-Modell, sowie autosomale STR- und Y-STR-Genotypen, bestimmt mit drei kommerziellen Kits mit übereinstimmenden Ergebnissen. Die Werte gelten bis 1. Oktober 2031; das Material dient der Validierung, Optimierung und Prozessbewertung bei PCR- und qPCR-basierten Untersuchungen.
- Eine Untersuchung benötigt meist etwa 0,5–1 ng DNA, ein Fläschchen enthält fast 900 ng, sodass die Proben mehrfach — auch als Schulungsset — verwendet werden können. Vor der Freigabe im Dezember verschickte das NIST sie an rund 100 forensische Labore, die ihren Nutzen bestätigten.
- Das NIST weist darauf hin, dass Labore wegen immer empfindlicherer Techniken mehr degradierte Proben und Mischungen untersuchen, die schwerer zu interpretieren sind, während frühere Materialien unbeschädigte DNA und Mischungen von höchstens zwei Personen enthielten. Dem Material liegt eine Nutzungs- und Datenschutzvereinbarung bei, da die genetischen Profile der Spender identifizierende Informationen sind.
Quelle: NIST — NIST Releases New Forensic Genetic Reference Material to Help Crime Labs (17.02.2026)