NIST: 4563 Proben von Drogenrückständen aus den Jahren 2024–2026 mit DART-MS-Massenspektrometrie untersucht — Beimengungen im Fentanyl nehmen zu (heute häufiger sechs und mehr pro Probe), und Xylazin wird durch Medetomidin verdrängt
Das US-amerikanische National Institute of Standards and Technology (NIST) hat am 8. Oktober 2026 die Ergebnisse einer zweieinhalbjährigen Studie beschrieben, die zeigt, wie sich Beimengungen im illegalen Fentanyl im Lauf der Zeit verändern und zwischen dem Osten und dem Westen der USA unterscheiden. Untersucht wurden 4563 landesweit zwischen Januar 2024 und Juni 2026 gesammelte Proben von Drogenrückständen; die Arbeit erschien in der Zeitschrift Drug Testing and Analysis.
- Technik: Die Massenspektrometrie mit Direktanalyse in Echtzeit (Direct Analysis in Real Time Mass Spectrometry, DART-MS) erzeugt für jede Verbindung in einer Probe einen eindeutigen „Fingerabdruck“ und zeigt alle Bestandteile, auch Spuren von Beimengungen, innerhalb von Sekunden. Laut NIST benötigen herkömmliche Massenspektrometriesysteme in forensischen und Public-Health-Laboren Dutzende Minuten, weil das Material verdampft werden und eine Säule mit spezieller Beschichtung durchlaufen muss.
- Ergebnisse: Beimengungen treten zyklisch auf und gehen wieder zurück, jede unabhängig von den anderen. Tierberuhigungsmittel wie Xylazin sind an der Ostküste viel häufiger als im Westen; Xylazin wird durch Medetomidin verdrängt, ein deutlich stärkeres Beruhigungsmittel, das schwere Entzugserscheinungen auslösen kann. Der Industriestoff BTMPS, der bei der Herstellung von Kunststoffen verwendet wird, taucht seit Sommer 2024 in Fentanylproben im Osten wie im Westen auf.
- Proben aus dem Westen des Landes enthalten meist weniger Beimengungen, jedoch in höheren Konzentrationen als im Osten. Die Zahl der Beimengungen steigt: Anfang 2024 fand man in einer Probe meist eine oder zwei, heute sind sechs und mehr Verbindungen häufiger. Nach Aussage des Studienautors erschweren mehr Beimengungen sowohl die Analyse einer Probe als auch die Behandlung einer Überdosis.
- Die Studie ist Teil des Programms Rapid Drug Analysis and Research (RaDAR), in dem NIST mit Partnern aus Gesundheitswesen, Strafverfolgung, Forensik und rechtsmedizinischen Diensten zusammenarbeitet. Das Team modelliert, wie sich Beimengungen zwischen Regionen ausbreiten — etwa von Philadelphia nach Delaware und Maryland und weiter in den Westen —, plant eine ähnliche Untersuchung von Beimengungen in Ketamin und untersucht Beimengungen in einer neuen Klasse von Opioiden, den Orphinen, von denen einige stärker wirken als Fentanyl.