Wechselspannung bis 100 MHz: GUM im europäischen Projekt Met4AC — derzeit kann kein nationales Metrologieinstitut in Europa solche Geräte vollständig kalibrieren
Das polnische Zentralamt für Maße (GUM) teilte am 25. Juni 2026 mit, dass am 1. Juni das Projekt 25RPT01 Met4AC „Advancing the European metrology for wideband AC voltage“ begonnen hat, gefördert von der Europäischen Partnerschaft für Metrologie. Das Auftakttreffen fand am 9. und 10. Juni bei der PTB in Braunschweig statt, mit zwei GUM-Laboratorien.
- Das GUM beschreibt das Problem so: Die Leistungsfähigkeit von Geräten zur Messung von Wechselspannung bei Frequenzen bis 100 MHz hat sich deutlich verbessert, doch die Metrologie hinkt hinterher, und derzeit gibt es in Europa kein nationales Metrologieinstitut, das solche Geräte vollständig kalibrieren kann. Ohne Normale und Quellen für breitbandige Wechselspannung lässt sich die Rückführbarkeit nicht von der Primärebene an Kalibrierlaboratorien und Industrie weitergeben.
- Das Projekt soll neuartige RF-DC-Normale, verbesserte Messverfahren und Messplätze für Wechselspannung von 1 mV bis 50 V bis 100 MHz sowie Software zur Steuerung und Datenverarbeitung entwickeln und validieren. Das irische NSAI nennt zudem die Untersuchung von Impedanz-Lastverfahren und gibt an, dass das Konsortium 13 europäische Partner umfasst.
- Am Auftakttreffen nahmen Beschäftigte zweier GUM-Laboratorien teil: Normale elektrischer Größen niedriger Frequenz (Z42) sowie Mikrowellen, elektromagnetisches Feld und elektromagnetische Verträglichkeit (Z44). Das GUM baut — wie es betont, einen reduzierten, nicht den gesamten angebotenen Spannungsbereich abdeckenden — neuen Messplatz zusammen mit der Schlesischen Technischen Universität in Gliwice auf und koordiniert das Arbeitspaket WP4.
- Laut NSAI werden Messungen breitbandiger Wechselspannung u. a. in Telekommunikation, intelligenten Sensoren und Medizintechnik gebraucht; die Projektteilnahme soll Kalibrierdienstleistungen für heimische Unternehmen zugutekommen. Die Förderung stammt aus der Europäischen Partnerschaft für Metrologie, kofinanziert aus Horizont Europa und von den teilnehmenden Staaten.