Polnische Hauptsanitätsinspektion zum Europäischen Radontag: Referenzwert 300 Bq/m³, Jahresmessungen mit Kernspurdetektoren in der Heizperiode, und Labore melden Überschreitungen dem Woiwodschafts-Sanitätsinspektor
Die polnische Hauptsanitätsinspektion (GIS) erinnerte am 6. November 2026, vor dem Europäischen Radontag am 7. November, dem Geburtstag von Marie Skłodowska-Curie, daran, wann ein Radon-Messergebnis in einem Gebäude der Sanitätsinspektion gemeldet werden muss, und empfahl Messungen in der Heizperiode von Oktober bis März.
- Der Referenzwert beträgt 300 Bq/m³ der jahresdurchschnittlichen Radon-Aktivitätskonzentration in der Innenraumluft. Der Hauptsanitätsinspektor ermittelt Gebiete, in denen diese Konzentration in einer erheblichen Zahl von Gebäuden überschritten sein kann, und überwacht den nationalen Maßnahmenplan für langfristige Risiken durch Radonexposition in Aufenthaltsgebäuden und an Arbeitsplätzen (Monitor Polski Pos. 169).
- An einem Arbeitsplatz, an dem die Radonkonzentration trotz Maßnahmen nach dem Optimierungsgrundsatz 300 Bq/m³ überschreitet, muss der Leiter der Organisationseinheit den staatlichen Woiwodschafts-Sanitätsinspektor benachrichtigen (Art. 51 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1a Nr. 15 des Atomgesetzes, Gesetzblatt 2024 Pos. 1277).
- Labore, die jahresdurchschnittliche Radonkonzentrationen messen, melden eine Überschreitung selbst dem staatlichen Woiwodschafts-Sanitätsinspektor, wenn die Messung vom Vermieter oder Verkäufer einer Wohnung beauftragt wurde. Die Liste der dafür akkreditierten Labore steht auf der Website des Polnischen Akkreditierungszentrums (PCA); die GIS empfiehlt Messungen in der Heizperiode von Oktober bis März.
- Für jahresdurchschnittliche Radonmessungen in Innenräumen werden Kernspurdetektoren in einer Diffusionskammer verwendet: Der Detektor wird eine genau festgelegte Zeit im untersuchten Raum exponiert und danach ausgewertet — meist in einem spezialisierten Labor.
- Radon in der Bodenluft wird mit dem Messgerät RM-2 mit Ionisationskammern IK-250 oder mit einem System von Szintillationskammern (Lucas-Zellen) mit Photomultiplier und Impulszähler gemessen; in Bohrlöchern nach geotechnischen Sondierungen, in Gründungstiefe des Gebäudes oder tiefer, kommen Aktivkohledetektoren, Ionisationskammern (Kurzzeitmessungen) oder Kernspurdetektoren (Langzeitmessungen) zum Einsatz.
- Radon dringt durch Risse in Fundamenten und Böden, Bauwerksfugen und Undichtigkeiten an Rohrdurchführungen in Gebäude ein; auch Baustoffe mit natürlichen radioaktiven Isotopen können eine Quelle sein. Laut GIS verringert Kalkzementputz mit doppeltem Ölfarbanstrich den Radon-Exhalationskoeffizienten um etwa 75 %, Dispersionsfarbe um etwa 35 % und Leimfarbe um etwa 20 %; als wirksamste Minderungsmethode gilt die Unterdruckerzeugung unter der Bodenplatte (Radonbrunnen).
Quelle: GIS — Europäischer Radontag: unsichtbares Gas, reale Gefahr! (06.11.2026)