Erste verbindliche MOAH-Höchstgehalte in Lebensmitteln — ein Jahr Zeit für die Methode
Am 13. Mai 2026 haben die Mitgliedstaaten den Entwurf für Höchstgehalte an aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen gebilligt. Veröffentlichung Ende des Jahres, Anwendung ab 2027.
- MOAH waren bisher Sache von Empfehlungen und Leitlinien. Nun stehen sie erstmals als Zahlen in der Verordnung 2023/915 — Werte, auf die man sich im Streitfall berufen kann.
- Die Höchstgehalte richten sich nach dem Fettgehalt: 0,5 mg/kg bis 4%, 1,0 mg/kg zwischen 4 und 50%, 2,0 mg/kg über 50%.
- Für Kokosöl ist ein absteigender Pfad vorgesehen: 6,0 mg/kg ab 2027, 4,0 mg/kg ab 2028 und 2,0 mg/kg ab 2030 — die Produktion erhält Zeit für die Prozessumstellung.
- Bestimmt wird die Summe der MOAH im Bereich n-C10 bis n-C50. Die Trennung der aromatischen von der gesättigten MOSH-Fraktion gehört zur Methode, sie ist kein Zusatz.
- Arbeitspferd ist die Kopplung von Flüssig- und Gaschromatographie mit Flammenionisationsdetektion (LC-GC-FID); die Bestätigung der tri- und polyaromatischen Fraktion verlangt zweidimensionale GC×GC mit Massenspektrometrie.
- Zum Engpass werden die Bestimmungsgrenzen in schwierigen Matrices — Gewürze, Nahrungsergänzungsmittel, Kakao — und der Hintergrund aus Kunststoffen und Schmierstoffen im Labor selbst.
Quelle: Eurofins