Badegewässer in Kampanien, Saison 2026: 2.285 Meerwasserprobenahmen und 50 nicht konforme Ergebnisse, rund 2 % aller Kontrollen
Die regionale Umweltagentur ARPA Campania zog in einer am 28. September 2026 vom italienischen Netzwerk SNPA veröffentlichten Mitteilung Bilanz der Badesaison 2026. In der Saison wurden insgesamt 2.285 Meerwasserproben genommen – an den 323 Badegewässern der Region, an 35 zusätzlichen Untersuchungspunkten und bei anlassbezogenen Kontrollen; 50 Ergebnisse waren nicht konform, was die Agentur auf sehr geringe Niederschläge in einem heißen Sommer zurückführt.
- Das Monitoring begann am 14. April mit Vorsaisonproben an 323 Badegewässern (39 in der Provinz Caserta, 145 in Neapel und 139 in Salerno); zusätzlich wurden an 35 Untersuchungspunkten mit vermutetem Verschmutzungsrisiko Proben genommen. Neben den planmäßigen Probenahmen gab es Proben zur Aufhebung vorübergehender Badeverbote, zur Abgrenzung von Verschmutzungsereignissen, außerhalb der Badezonen und nach Meldungen von Auffälligkeiten wie Schaum, Schleim, Quallen oder ungewöhnlicher Wasserfarbe.
- Die Labore der ARPA Campania führten doppelt so viele Bestimmungen wie Probenahmen durch und untersuchten die beiden Indikatoren für fäkale Verunreinigung, die über die Badetauglichkeit entscheiden: Escherichia coli und Enterokokken. Hinzu kamen Analysen auf Tenside und Kohlenwasserstoffe sowie auf potenziell toxische Mikroalgen des Phytoplanktons. Die 50 nicht konformen Ergebnisse entsprachen rund 2 % aller Kontrollen verschiedener Art; gemeldet wurden dagegen viele ungewöhnliche Meeresverfärbungen.
- Die aus den Ergebnissen der vier Saisons 2022–2025 statistisch berechnete Einstufung für 2026 bewertete 98 % der überwachten Küste als badetauglich: 91 % der Gewässer sind ausgezeichnet (89 % im Vorjahr), 5 % gut, 2 % ausreichend und 2 % mangelhaft. Das Badeverbot galt ab Saisonbeginn für neun Abschnitte mit zusammen 7,915 km, gegenüber 9,194 km im Jahr 2025 und 15,012 km im Jahr 2024; rund 60 km Küste ohne Badebetrieb (Häfen, militärische Bereiche, Schutzgebiete, Flussmündungen) wurden nicht mitgezählt.
- 29 Badegewässer wechselten die Klasse – 21 verbesserten, 8 verschlechterten sich. Als wahrscheinlichste Ursache schlechter Qualität nennt die Agentur neben dem Einfluss der Flüsse die Mischkanalisation, die bei Starkregen Abwasser vermischt mit Regenwasser ins Meer leitet. Zum Saisonende waren drei Nichtkonformitäten aus Proben vom 16. September noch offen: in Pozzuoli, am Untersuchungspunkt in der Via Partenope in Neapel und in Agropoli an der Mündung des Flusses Solofrone.