UNIDO und EUROLAB: Broschüre „Laboratories for a Sustainable Future“ — gute Praxis in Umwelt, Sozialem und Unternehmensführung sowie eine Methode zur Berechnung des CO2-Fußabdrucks eines Labors in Scope 1, 2 und 3
Der europäische Laborverband EUROLAB hat am 18. Mai 2026 gemeinsam mit der Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung (UNIDO) eine Broschüre zum nachhaltigen Labormanagement veröffentlicht. Sie entstand nach einer Webinarreihe im UNIDO-Programm Global Quality and Standards Programme (GQSP).
- Die Broschüre beschreibt gute Praxis in den Dimensionen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG): Energie- und Wassereffizienz, Chemikalien- und Abfallmanagement, Begrenzung von Luftemissionen sowie transparente und rechenschaftspflichtige Führung. Sie schlägt zudem ESG-konforme Leistungskennzahlen vor, mit denen ein Labor Fortschritte über die Zeit messen kann.
- Der zweite Teil ist eine schrittweise Methode zur Berechnung des CO2-Fußabdrucks eines Labors, zugeschnitten auf Labore mit begrenzten Ressourcen. Laut einer Zusammenfassung der chinesischen Akkreditierungsstelle CNAS folgt die Methode dem GHG Protocol und teilt Emissionen in Scope 1 (direkt), Scope 2 (indirekt aus Strom) und Scope 3 (indirekt in der Lieferkette); als Quellen für Emissionsfaktoren nennt sie IPCC-Leitlinien und nationale Treibhausgasinventare.
- CNAS nennt Kennzahlen wie Energieintensität, Abfallverwertungsquote und Anteil erneuerbarer Energie sowie kostengünstige Maßnahmen mit großer Wirkung: Abschalten ungenutzter Abzüge, energieeffiziente Geräte und geringerer Reagenzienverbrauch. Zielgruppe sind laut CNAS Laborleitungen, Qualitätsmanager und technisches Personal von Konformitätsbewertungsstellen, besonders in Entwicklungs- und Transformationsländern.
- Die Kernaussage: Nachhaltigkeit stärkt die Wettbewerbsfähigkeit — Labore, die Ressourcen effizient nutzen, senken Betriebskosten und gewinnen technische Glaubwürdigkeit und Kundenvertrauen. Das GQSP-Programm, in dem der Leitfaden entstand, wird laut CNAS vom Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) unterstützt.