Sieben optische Uhren in vier Ländern per Glasfaser verbunden: zwei unabhängig gebaute Ytterbium-Ionen-Uhren stimmen mit einer Unsicherheit von 7,7 × 10⁻¹⁸ überein
Das italienische Metrologieinstitut INRiM berichtete am 2. September 2026 über die Ergebnisse einer zweimonatigen Vergleichskampagne von sieben optischen Uhren an den Metrologieinstituten Italiens, Frankreichs, des Vereinigten Königreichs und Deutschlands, verbunden über das europäische Glasfasernetz. Die Arbeit erschien am 1. September 2026 in Physical Review Research.
- An der Kampagne beteiligt waren INRIM, LNE-OP (früher LNE-SYRTE), NPL und PTB. Die optischen Frequenzverhältnisse wurden mit Unsicherheiten von 7,7 × 10⁻¹⁸ bis 6,1 × 10⁻¹⁷ bestimmt.
- Die unabhängig entwickelten ¹⁷¹Yb⁺-Uhren (E3-Übergang) von NPL und PTB stimmten innerhalb einer Unsicherheit von 7,7 × 10⁻¹⁸ überein – laut den Autorinnen und Autoren die erste internationale Verifizierung zweier unabhängig entwickelter optischer Uhren unterhalb von einem Teil in 10¹⁷.
- Der Betrieb der ¹⁹⁹Hg-Uhr am LNE-OP lieferte Frequenzverhältnisse mit verbesserten Unsicherheiten zu den ¹⁷¹Yb⁺-(E3)-, ¹⁷¹Yb- und ⁸⁷Sr-Uhren. Die Ytterbium-Gitteruhr des INRiM lieferte Ergebnisse in guter Übereinstimmung mit früheren internationalen Messungen.
- Solche Vergleiche sind Voraussetzung für die Neudefinition der Sekunde: Bevor optische Uhren zur internationalen Referenz werden, muss gezeigt sein, dass unabhängige Uhren in verschiedenen Ländern übereinstimmende Ergebnisse liefern. Laut INRiM kann das Glasfasernetz auch der Grundlagenphysik, der Geodäsie und Untersuchungen der allgemeinen Relativitätstheorie dienen.
Quelle: INRiM — L’Europa collega gli orologi che potrebbero ridefinire il secondo (02.09.2026)