Eurachem/CITAC: neuer Leitfaden zur Ermittlung der Messunsicherheit aus laborinternen Präzisions- und Wiederfindungsdaten
Eurachem hat am 16. März 2026 die erste Ausgabe des Eurachem/CITAC-Leitfadens „Evaluation of measurement uncertainty from in-house precision and recovery data“ angekündigt. Er beschreibt, wie die Unsicherheit chemischer Messungen aus Daten zur Vergleichpräzision und Wiederfindung aus der Methodenvalidierung oder der Verifizierung einer Normmethode ermittelt wird.
- Der Leitfaden gilt, wenn laborinterne Studien Daten zur Vergleichpräzision über den Arbeitsbereich der Methode sowie Angaben zur Richtigkeit als Wiederfindung geliefert haben — aus unabhängigen Referenzmaterialien oder Aufstockungsversuchen; ausführliche Berechnungen behandeln den Fall, dass die Wiederfindung signifikant von 100 % abweicht.
- Laut Eurachem zählen zu den Schwerpunkten die Modellierung der Konzentrationsabhängigkeit der Unsicherheit und der Umgang mit abweichenden Wiederfindungen verschiedener Referenzmaterialien; ein eigener Anhang behandelt zulässige Wiederfindungsbereiche.
- Rechenbeispiele: Nitrat in Trinkwasser mittels Ionenchromatographie (drei Varianten) und Gesamtarsen in Sedimenten (drei Varianten).
- Das Vorwort erinnert daran, dass das Nordtest-Handbuch und ISO 11352 die Unsicherheit erhöhen, statt den Bias zu korrigieren; der neue Leitfaden bietet Werkzeuge für Fälle, in denen ein richtiger Wert und eine belastbare Unsicherheit nötig sind, etwa bei Konformitätsbewertungen. Herausgeber ist Ricardo Bettencourt da Silva, in der Arbeitsgruppe ist u. a. ein Vertreter von Eurachem Polen (ISBN 978-972-9348-30-3).
Quelle: Eurachem — New guide: MU from precision and recovery data (16.03.2026)