Unterseeisches Telekommunikationskabel als Tsunami-Sensor — Interferometrie des NPL
Das britische National Physical Laboratory (NPL) hat am 22. September 2026 mitgeteilt, dass ultrastabile optische Interferometrie auf einer Faser des Kabels Southern Cross NEXT Daten für die Tsunami-Frühwarnung im Südwestpazifik liefert. Das Verfahren nutzt ein vorhandenes Kabel und braucht keine neuen Installationen am Meeresboden.
- Ein Laser schickt ultrastabiles Licht durch das rund 3.800 km lange Kabel zwischen Neuseeland und Australien; die Signale kommen von Verstärkern zurück, die etwa alle 50–70 km sitzen, und ihre Änderungen zeigen unter anderem Erdbeben und Meereswellen an.
- Die Arbeiten führen das NPL, Earth Sciences New Zealand und das neuseeländische Measurement Standards Laboratory (MSL) gemeinsam mit dem Kabelbetreiber durch. Ziel ist, das Tsunami-Programm der UN-Ozeandekade zu unterstützen: verwertbare Prognosen innerhalb von 10 Minuten für viele Tsunamis der Region.
- Nach Angaben des MSL registrierte das 2024 auf einem Kabel durch die Tasmansee installierte System im ersten Jahr Signaturen von mehr als 100 seismischen Ereignissen; eine Förderung aus dem Programm Quantum Technologies Aotearoa bis Ende 2028 soll seine Empfindlichkeit verbessern.
- Das pazifische Tsunami-Warnsystem hat eine Arbeitsgruppe für Prognosen aus Ozeanbeobachtungen eingerichtet, die prüfen soll, wie solche Daten in den Warndienst einfließen können.
Quelle: National Physical Laboratory — Supporting early tsunami detection