Britisches Rückstandsmonitoring für Pestizide, Q1 2026: Höchstgehalte in 49 von 662 Proben aus Großbritannien und in 5 von 125 Proben aus Nordirland überschritten
Die britische Behörde HSE veröffentlichte am 27. August 2026 die Ergebnisse des Monitorings von Pestizidrückständen in Lebensmitteln für das erste Quartal 2026. Das Programm umfasst bis zu 428 Pestizide; in Großbritannien (England, Schottland, Wales) wurden 662 Proben von 23 Lebensmitteln untersucht, in Nordirland 125 Proben von 14 Lebensmitteln.
- Von den Proben aus Großbritannien enthielten 318 Rückstände und 49 überschritten den Rückstandshöchstgehalt; in Nordirland enthielten 56 Proben Rückstände, 5 überschritten den Höchstgehalt. Die Proben wurden von Anfang Januar bis Ende März 2026 genommen und in vier Laboren untersucht; Proben aus Großbritannien werden nach dem britischen Höchstgehaltsregister beurteilt, Proben aus Nordirland nach EU-Höchstgehalten (gemäß Windsor-Rahmen).
- Nur ein kleiner Teil der gefundenen Rückstände erforderte eine genauere Bewertung des Kurzzeitrisikos. Eine unerwünschte Exposition stellte die HSE bei einer Probe getrockneter brauner Bohnen mit Lambda-Cyhalothrin über dem Höchstgehalt und weiteren, gemeinsam bewerteten Pestiziden fest; in den übrigen Fällen galten gesundheitliche Wirkungen als unwahrscheinlich. Kupfer über dem Höchstgehalt fand sich in allen britischen Leberproben – nach der Langzeitbewertung der HSE sind keine gesundheitlichen Wirkungen zu erwarten.
- Gesondert bewertet wurde die mögliche genotoxische Wirkung von Dichlorvos, Chlorpyrifos und Carbofuran, die in insgesamt 8 Proben von getrockneten Bohnen, getrockneten Weintrauben, Orangen, Reis und Frühlingszwiebeln gefunden wurden. Die Tabellen der Überschreitungen für Großbritannien umfassen unter anderem getrocknete Bohnen, Hülsenbohnen, Karotten, getrocknete Weintrauben, Rinderleber, Orangen, Pastinaken, Birnen, Reis und Frühlingszwiebeln, für Nordirland Kirschen, Lamm und Pastinaken.
- Laut Methodik des Programms hebt die HSE im Anhang mit Markennamen Ergebnisse hervor, die nach Berücksichtigung einer Messunsicherheit von ±50 % eindeutig über dem Höchstgehalt liegen, und wendet die Unsicherheit auf den vom Labor vor der Rundung gemeldeten Wert an. Beispiel der HSE: Bei Ergebnissen von 0,023 und 0,025 mg/kg (Mittelwert 0,024 mg/kg) und einem Höchstgehalt von 0,01 mg/kg liegt die Untergrenze von 0,012 mg/kg noch darüber, die Probe gilt als Überschreitung – nach Rundung auf 0,02 mg/kg läge die Untergrenze dagegen genau beim Höchstgehalt.