Britische FSA und FSS veröffentlichen Leitlinien für zellkultivierte Lebensmittel; eine Übersicht analytischer Methoden für die FSA zeigt, dass kein einzelner Test zur Identifizierung solcher Produkte ausreicht
Die Food Standards Agency (FSA) und Food Standards Scotland veröffentlichten am 30. September 2026 ein weiteres Leitlinienpaket für Unternehmen, die zellkultivierte Produkte entwickeln — zur Zulassung sowie zur Bewertung von Nährmedienbestandteilen und Toxikologie. Die FSA verweist zudem auf ihre veröffentlichte Übersicht analytischer Methoden für solche Produkte.
- Die Zulassungsleitlinie erläutert, wie der Rahmen für regulierte Produkte auf zellkultivierte Produkte anzuwenden ist, auch bei Änderungen eines zugelassenen Produkts; die Leitlinie zu Nährmedien betrifft die Bewertung von Gefahren durch Nährmedienbestandteile. Es ist das dritte Paket aus dem Sandbox-Programm, das von Februar 2025 bis Februar 2027 läuft.
- Die am 1. September 2026 von der FSA veröffentlichte Übersicht analytischer Methoden kommt zu dem Schluss, dass keine einzelne Methode — DNA-basiert, proteinbasiert oder chemisches Profiling — alle solchen Produkte zuverlässig authentifizieren kann. Am vielversprechendsten ist ein „Weight of Evidence“-Ansatz, der mehrere Techniken kombiniert (Genomik, Proteomik, Chromatographie, Spektroskopie, Strukturanalyse, digitale Werkzeuge).
- Die Autoren verweisen auf das Risiko, dass zellkultivierte Produkte mit billigerem konventionellem Fleisch gestreckt werden; derzeitige Methoden der Tierartbestimmung erkennen diese Art von Betrug nicht unbedingt. Hauptproblem ist das Fehlen validierter Methoden und gut charakterisierter Referenzmaterialien.
- Empfohlen werden die frühe Anwendung metrologischer Grundsätze, harmonisierte Prüfnormen, Ringversuche, kuratierte Datensätze und Referenzmaterialien sowie die Kombination schneller, günstiger Screenings (z. B. ELISA, Spektroskopie) mit Bestätigungsanalysen. Als weitere Arbeitsrichtungen nennt der Bericht in dieser Reihenfolge Weight-of-Evidence-Ansätze, digitales Barcoding, Epigenetik und mikrobielles Profiling.