BRGM: Die geophysikalische Kampagne AQUIMER kartiert Süßwasser unter dem Meeresboden vor der Küste des Roussillon — Messungen des elektrischen Widerstands bis 15 km vor der Küste
Seit 17. September 2026 führen vom französischen geologischen Dienst BRGM koordinierte Teams an der Küste des Roussillon eine geophysikalische Kampagne des von der französischen Forschungsagentur ANR geförderten Projekts AQUIMER durch. Ziel ist es, die Übergangszone zwischen Süß- und Salzwasser in der Tiefe des Grundwasserleiters — unter Land und unter dem Meer — zu lokalisieren und ihre Entwicklung vorherzusehen.
- Untersucht wird der plio-quartäre Grundwasserleiter der Roussillon-Ebene, an Land gut bekannt und unter dem Meer über mehrere Dutzend Kilometer fortgesetzt; seine Süßwasserreserven dienen der Bewässerung und der Trinkwasserversorgung. Die Übergangszone liegt teils landeinwärts (Salzwasserkeil), teils unter dem Meer; Klimawandel, Meeresspiegelanstieg und Entnahmen erhöhen den Druck.
- Da Süß- und Salzwasser den Strom unterschiedlich leiten, kartieren die Forschenden den Untergrund ohne Bohrungen: Vorübergehend ausgelegte Sensoren und Kabel messen die natürlichen elektrischen Eigenschaften des Untergrunds und seine Antwort auf schwache elektromagnetische Signale, an Land und auf See. An Land, zwischen Saint-Cyprien und Canet-en-Roussillon, sind 25 Messpunkte und 15 Stromeinspeisepunkte auf einem 3 km langen Profil vorgesehen; die Kombination von Land- und Seemessungen soll ein durchgehendes Bild des Untergrunds von der Küste bis aufs Meer liefern.
- Die Messungen auf See führt ein Geophysikunternehmen mit Unterstützung der Labore GEOCEAN (Universität Brest) und CEFREM (Universität Perpignan) aus; Géosciences Montpellier erstellt ein geologisches Modell des Untergrunds an Land, IFPEN rekonstruiert per Simulation die geologische Geschichte der Region seit dem Miozän (vor etwa 10 Millionen Jahren), und das BRGM baut neben Koordination und Landmessungen ein hydrodynamisches Modell zur Simulation des künftigen Risikos der Salzwasserintrusion.
- Laut ANR-Beschreibung (ANR-24-CE01-1184) läuft das Projekt 48 Monate ab März 2025 mit einer ANR-Förderung von 904 368 Euro. AQUIMER soll einen neuen Arbeitsablauf entwickeln, der den elektrischen Widerstand als Indikator für die Verteilung der Grundwasserkörper nutzt — kalibriert an bestehenden Bohrlochobservatorien an Land — und die Hypothese von unter dem Meer eingeschlossenem Süßwasser prüfen; der Ablauf soll auf andere flache Küstenaquifere im Mittelmeerraum und anderswo übertragbar sein.