Trichinen in Schweinefleisch: lumiVAST Trichinella (Chemilumineszenz-Immunoassay) als gleichwertige Methode zugelassen, Referenzmethode ISO 18743:2015/Amd1:2023; Probe vom Zwerchfellpfeiler mindestens 1 g, von Zuchtsauen und Ebern 2 g, von Fleischteilstücken 5 g; in der EURL-Validierung 50 von 50 Proben richtig
Die Durchführungsverordnung (EU) 2025/506 der Kommission, veröffentlicht am 20. März 2025, tritt am 9. April 2025 in Kraft und ändert Anhang I der Verordnung 2015/1375 über amtliche Kontrollen auf Trichinen in Fleisch. Referenzmethode ist nun die Norm in der Fassung ISO 18743:2015/Amd1:2023, der Rechtsakt legt selbst die Probengewichte bei Hausschweinen fest (die Norm nennt sie nicht) und ergänzt die gleichwertigen Methoden um Teil F — automatisierter Trichinennachweis mit dem Test lumiVAST Trichinella, nur für Fleisch von Hausschweinen.
- Probengewichte (Hausschweine): von ganzen Schlachtkörpern — mindestens 1 g vom Zwerchfellpfeiler am Übergang zum sehnigen Teil (spezielle Trichinenzangen sind zulässig, wenn eine Genauigkeit von 1,00–1,15 g gewährleistet ist); von Zuchtsauen und Ebern mindestens 2 g. Fehlen Zwerchfellpfeiler — 2 g aus dem Rippen- oder Brustbeinteil des Zwerchfells, aus Kaumuskel, Zunge oder Bauchmuskeln, von Zuchtsauen und Ebern 4 g. Von Fleischteilstücken — mindestens 5 g fettarme quergestreifte Muskulatur, möglichst nahe an Knochen oder Sehnen; ebenso viel von Fleisch, das nicht vollständig durchgegart wird.
- Teil F (lumiVAST Trichinella): Probenvorbereitung und Analyse nach den Anweisungen des Herstellers, Geräte nach Anweisung kalibriert und gewartet. Ergibt eine Sammelprobe ein positives oder unklares Ergebnis, werden von jedem Schwein weitere 20 g entnommen; die Proben von fünf Schweinen werden gepoolt und mit derselben Methode untersucht, bei positiver Gruppe werden 20 g je Tier einzeln untersucht. Bei positivem oder unklarem Ergebnis gehen mindestens 20 g Muskulatur zur Bestätigung mit der Referenzmethode an das nationale Referenzlabor; Parasiten werden zur Artbestimmung in 70–90 % Ethanol aufbewahrt.
- Bericht des EU-Referenzlabors für Parasiten (Istituto Superiore di Sanità, Juni 2018 – Juli 2024): der Test des Herstellers Euroimmun weist Trichinella-Antigene (T. spiralis, T. britovi, T. nativa, T. pseudospiralis) mit einem Chemilumineszenz-Immunoassay nach; das Fleisch wird mit PBS-Puffer in einer Messermühle zerkleinert, der Überstand nach Zentrifugation im Analysator SuperFlex untersucht. Validiert haben ihn die nationalen Referenzlabore Österreichs, Frankreichs, Deutschlands und Polens sowie das EURL, an 100-g-Proben mit 3 oder 5 Larven.
- Ablauf der Validierung: in der ersten Runde (Mai 2021) 5 falsch negative Ergebnisse bei 50 Proben (2 Proben mit 3 Larven von T. pseudospiralis, je eine mit 5 Larven von T. spiralis, 5 von T. britovi und 3 von T. nativa), keine falsch positiven; in der zweiten (Februar 2022) 5 bei 44, alle bei 3 Larven von T. pseudospiralis; der Hersteller änderte die Zerkleinerung (Messer, Behälter, Mahldauer) und den Cut-off. In der dritten Runde (Juli 2024; 10 g Fleisch mit 3 Larven zu 90 g Zwerchfell gegeben) wurden alle 50 Proben richtig bewertet — die Anforderung der Leitlinien vom 1. April 2022: keine falsch positiven und keine falsch negativen Ergebnisse. Schwäche laut EURL: der Analysator braucht regelmäßige Wartung.