Stamm DSM 11798 zur Verringerung von Trichothecenen im Futter (1m01) bis 5. April 2036 als Eggerthellaceae statt Coriobacteriaceae verlängert: Gussplatten auf VM-Agar mit Oxyrase, ANI 79,9 % zur nächsten Art — möglicherweise ein neues Taxon; Ampicillin-MHK von 8 mg/l dem Medium zugeschrieben
Die Durchführungsverordnung (EU) 2026/549 der Kommission, veröffentlicht am 16. März 2026, verlängert bis zum 5. April 2036 die Zulassung einer Zubereitung des Bakterienstamms DSM 11798 (aus Pansensaft von Rindern isoliert; Antragsteller BIOMIN GmbH) als technologischer Zusatzstoff zur Verringerung der Kontamination von Futtermitteln mit Trichothecenen für Schweine, Geflügel und Ziervögel und hebt die Verordnungen (EU) Nr. 1016/2013 und (EU) 2017/930 auf — obwohl der polnische Titel des Rechtsakts von ihrer „Änderung“, der englische von der Aufhebung („repealing“) spricht. Die EFSA (Gutachten vom 20. März 2025) ordnete den Stamm der Familie Eggerthellaceae zu und hielt den Zusatzstoff weiterhin für sicher; er wirkt haut- und atemwegssensibilisierend.
- Methoden im Anhang (das EURL hielt die Schlussfolgerungen der vorigen Bewertung für gültig, kein neuer Bericht): Zellzahl von DSM 11798 — Gussplattenverfahren auf VM-Agar mit Oxyrase-Zusatz (enzymatische Sauerstoffentfernung für einen Anaerobier); Identifizierung — DNA-Sequenzierung oder PFGE nach CEN/TS 17697. Zusatzstoff: mind. 5 × 10⁹ KBE/g; fünf Chargen im Mittel 8,5 × 10¹⁰ KBE/g (6,0 × 10¹⁰–1,1 × 10¹¹). Cadmium, Blei, Quecksilber, Arsen, Aflatoxine, DON, Zearalenon, Ochratoxin A, Fumonisine, HT-2 und T-2 unter der LOQ bzw. LOD; Hefen in einer Charge 106 KBE/g, Schimmelpilze 120 KBE/g, Salmonellen in 25 g nicht nachweisbar.
- Taxonomie: Der Vergleich der Genomsequenz mit 28 Referenzgenomen ergab eine ANI von 79,9 % zu Raoultibacter massiliensis P2849ᵀ, 76,8 % zu Eggerthella lenta DSM 2243ᵀ und 73,5 % zu Raoultibacter timonensis P3277ᵀ — laut EFSA könnte der Stamm ein neues Taxon in der Familie Eggerthellaceae sein; sie empfahl die Bezeichnung „Bakterienstamm DSM 11798 der Familie Eggerthellaceae“. Resistenzgene (CARD, ResFinder) oder Virulenzfaktoren (VFDB) oberhalb der Schwellen wurden nicht gefunden.
- Empfindlichkeit (Mikrodilution in einem stammspezifischen Komplexmedium): alle MHK unter den Grenzwerten außer Ampicillin — 8 mg/l gegenüber 1 mg/l. Der Kontrollstamm Bifidobacterium longum ATCC 15707 zeigte im selben Medium ebenfalls erhöhte Ampicillin-MHK (4 oder 16 gegenüber 0,25 oder 0,5 mg/l), daher schreibt die EFSA das Ergebnis dem Medium zu, konnte dies aber nicht belegen, weil der Stamm auf dem Standardmedium nicht wächst. Ein neuer In-vitro-Mikrokerntest an menschlichen Lymphozyten (OECD 487, bis 2500 µg/ml) — negativ.
- Bedingungen im Anhang: mind. 1,7 × 10⁸ KBE/kg Alleinfuttermittel für Schweine, Geflügel und Ziervögel (bisher „alle Vogelarten“); die EFSA bestätigt die Sicherheit für Ferkel, Mastschweine und alle Vogelarten. Der Zusatzstoff darf nur in Futter verwendet werden, das bereits den EU-Vorschriften zu Mykotoxinen entspricht; gleichzeitig mit Narasin/Nicarbazin, Salinomycin-Natrium, Monensin-Natrium, Robenidinhydrochlorid, Diclazuril, Narasin oder Nicarbazin. Übergangsfrist: vor dem 5. Oktober 2026 gekennzeichnete Zusatzstoffe und Vormischungen; Mischfuttermittel vor dem 5. April 2027 (der Lebensmittelgewinnung dienende Tiere) bzw. 5. April 2028 (übrige).