Hefe Saccharomyces cerevisiae NCYC R404 (4b1871) bis 15. Februar 2036 verlängert: Zählung auf CGYE-Agar nach EN 15789, PCR-Identifizierung nach CEN/TS 15790 — im neuen Anhang „Kühe“ statt „Milchkühe“ und 1 × 10¹⁰ KBE/Tier/Tag als Mindest- statt empfohlener Dosis
Die Durchführungsverordnung (EU) 2026/155 der Kommission, veröffentlicht am 26. Januar 2026, verlängert bis zum 15. Februar 2036 die Zulassung einer Zubereitung der Hefe Saccharomyces cerevisiae NCYC R404 (aus Silage isoliert; Zulassungsinhaber: Volac International Ltd) als Darmflorastabilisator und hebt die Verordnung (EU) 2015/502 auf. Antrag und EFSA-Gutachten vom 18. März 2025 betrafen Milchkühe; Titel und Anhang des neuen Rechtsakts (PL und EN) sprechen von „Kühen“, die Erwägungsgründe von Milchkühen. Die EFSA bestätigte die Art per phylogenomischer Analyse und hielt den Zusatzstoff weiterhin für sicher; er ist als potenziell haut- und atemwegssensibilisierend anzusehen.
- Methoden im Anhang (das EURL hielt die bisherigen Empfehlungen für gültig): Zählung — Gussplattenverfahren auf Chloramphenicol-Glucose-Hefeextrakt-Agar (CGYE) nach EN 15789; Identifizierung — PCR nach CEN/TS 15790. Zusatzstoff: mind. 1 × 10¹⁰ KBE/g; fünf Chargen im Mittel 1,32 × 10¹⁰ KBE/g (1,20–1,40 × 10¹⁰). Zusammensetzung: etwa 98 % Hefezellen, 1 % Dextrose und 1 % Sorbitanmonostearat (E 491) als Stabilisator — in Lebensmitteln zugelassen, aber kein Futtermittelzusatzstoff, daher bewertete die EFSA es gesondert (etwa 0,31 mg/kg Futter gegenüber sicheren 743,6 mg/kg).
- Reinheit (EFSA-Gutachten): Arsen, Blei, Quecksilber und Fluorid unter der LOQ, Cadmium 0,04–0,05 mg/kg; PCDD/F 0,0649–0,0654 ng WHO-TEQ/kg, mit dl-PCB 0,101–0,102 ng/kg, nDL-PCB 0,354 µg/kg; Mykotoxine (u. a. Aflatoxine, Ochratoxin A, DON, T-2/HT-2, Fumonisine, Citrinin, Cyclopiazonsäure, Patulin, Roquefortin C) unter der LOD — Grenzen in µg/l angegeben; Pestizide in einer Charge unter LOQ von 0,05–0,50 mg/kg. Staubentwicklungspotenzial 0–6,25 mg/m³, Partikel < 100 µm — 0,02 %. Keine Verluste (< 0,5 log) nach 4 Monaten bei −18, 4, 10 und 20 °C.
- Identifizierung: Phylogenomik an 98 Einzelkopie-Orthogruppen — der Stamm gruppiert sich mit S. cerevisiae S288C und dem Nomenklaturtyp NRRL Y-12632. Antimykotika-Empfindlichkeit (Mikrodilution, EUCAST): Anidulafungin 0,12, Amphotericin B 0,5, Micafungin 0,12, Caspofungin 0,5, 5-Flucytosin < 0,06, Posaconazol 1, Voriconazol 0,12, Itraconazol 0,25, Fluconazol 4 mg/l — laut EFSA niedrig. Im EFSA-Anhang zu Sorbitanmonostearat wird die NOAEL von 2600 mg/kg KG zugleich einer „Langzeitstudie an Mäusen“ und „männlichen Ratten“ zugeschrieben.
- Bedingungen im Anhang: mind. 4,4 × 10⁸ KBE/kg Alleinfuttermittel; bei der Verwendung ist eine Mindestdosis von 1 × 10¹⁰ KBE/Tier/Tag sicherzustellen (bisher: empfohlene Dosis 1 × 10¹⁰ KBE/Tier/Tag); Lagerbedingungen und Stabilität bei Wärmebehandlung; Atem- und Hautschutz — bei einem Staubentwicklungspotenzial bis 6,25 mg/m³ hielt die EFSA eine Exposition durch Einatmen für möglich. Der Rechtsakt sieht keine Übergangsfrist vor.