Riboflavin aus Eremothecium ashbyi als getrocknetes Fermentationsprodukt (≥ 5 %): HPLC-FLD, VDLUFA und EN 14152 — die EFSA verzeichnete in zwei Chargen Dioxine über dem Grenzwert für Futtermittel-Ausgangserzeugnisse und Fumonisin B1 bis 2000 µg/kg
Die Durchführungsverordnung (EU) 2025/1254 der Kommission, veröffentlicht am 26. Juni 2025, lässt bis zum 16. Juli 2035 Riboflavin (Vitamin B2, 3a827) aus dem nicht genetisch veränderten Stamm Eremothecium ashbyi CCTCCM 2019833 als getrocknetes, inaktiviertes Fermentationsprodukt mit mindestens 5 % Riboflavin und Feuchte ≤ 7 % für alle Tierarten zu. 2021 konnte die EFSA keine Schlussfolgerung zur Sicherheit ziehen; 2024 — nach neuen Genotoxizitätsstudien und einer 90-Tage-Studie — stufte sie den Zusatzstoff als sicher ein.
- Methoden im Anhang: Riboflavin im Zusatzstoff — HPLC-FLD oder HPLC-UV nach VDLUFA Bd. III, 13.9.1; in Vormischungen — HPLC-UV (VDLUFA); in Mischfuttermitteln als Gesamt-Vitamin B2 — HPLC-FLD nach EN 14152. EURL-Bericht (Gutachten 2021): HPLC-FLD für den Zusatzstoff — RSDr 2,4 %, RSDip 2,7 %, Wiederfindung 98 %; VDLUFA in Vormischungen (868–15 990 mg/kg) — RSDr 2,4–4,7 %, RSDR 4,2–7,3 %, Wiederfindung 86–100 %; EN 14152 (saure Hydrolyse) — RSDR 7,3–7,9 %.
- Fünf Chargen (Gutachten 2021): 6,5–7,4 % Riboflavin (Mittel 6,9 %), Rohprotein 38–41 %, 20–26 % trockene mikrobielle Biomasse. PCDD/F-Dioxine: ≤ 0,73 ng WHO-TEQ/kg in drei Chargen, aber 1,63 und 1,77 ng in zwei — über dem Höchstgehalt der Verordnung (EU) Nr. 277/2012 für Futtermittel-Ausgangserzeugnisse; Fumonisin B1 852–2000 µg/kg; B. cereus 1400–86 000 KBE/g in Pilotchargen und höchstens 200 KBE/g in neun späteren. Die EFSA empfahl, diese Parameter in der Produktion zu beachten; der Rechtsakt legt dafür keine Grenzwerte fest.
- Gutachten vom 15. Oktober 2024: In-vitro-Mikrokerntest (OECD TG 487) von begrenzter Aussagekraft; kombinierter Comet-Assay (OECD TG 489) und Mikrokerntest (OECD TG 474) an Ratten bis 6000 mg/kg KG pro Tag — keine Genotoxizität (ein Anstieg der %TI nur im Ileum bei der mittleren Dosis wurde als biologisch nicht relevant bewertet). 90-Tage-Fütterungsstudie: NOAEL 240 000 mg Zusatzstoff/kg Futter, d. h. 21 600 mg/kg KG pro Tag — die höchste geprüfte Dosis.
- Aus dem NOAEL (Unsicherheitsfaktor 100) errechnete die EFSA sichere Zusatzstoffkonzentrationen von 2406–42 240 mg/kg Alleinfuttermittel — über den empfohlenen Dosen von 60–1700 mg/kg (z. B. 160–200 mg/kg für Küken im Starter, 800–1600 mg/kg für Garnelen). Der Zusatzstoff reizt weder Haut noch Augen und ist kein Hautsensibilisator, sensibilisiert aber die Atemwege — der Rechtsakt schreibt bei Bedarf Atemschutz vor.