Radon: kostengünstige Detektoren, Sensornetze und ein Primärnormal für Radon in Wasser — erste Ergebnisse des Projekts RadonNET
EURAMET hat am 29. September 2026 erste Ergebnisse des Projekts RadonNET (23IND07) aus der Metrologie-Partnerschaft vorgestellt: Prototypen kostengünstiger Radondetektoren, Testumgebungen für Sensornetze und einen Aufbau zur Herstellung von Primärnormalen für Radon in Wasser am französischen CEA. Zu den Projektteilnehmern gehört das polnische Zentrallabor für Strahlenschutz.
- Die Partner NUVIA und CMI haben den ersten Prototyp eines halbleiterbasierten Radondetektors gebaut, der zu einem kostengünstigen kommerziellen Gerät werden kann. Die PTB entwickelte eine Ionisationskammer mit geschätzten Hardwarekosten von rund 40 Euro, die Zugriff auf die Rohdaten bietet, und die Universität Siegen eine hochempfindliche Kammer für Referenz- und Transfernormal-Anwendungen.
- Die erste Stufe einer Testumgebung für Sensornetze wurde an der Universität Helsinki eingerichtet. Laut Projektkoordinator Benoit Sabot (CEA) laufen zwei Testumgebungen mit jeweils rund dreißig Knoten: im Labor des CEA und unter realen Bedingungen in Helsinki.
- Am CEA wurde ein Messaufbau zur Herstellung von Primärnormalen für Radon in Wasser entworfen und mit Hilfe der Universität Sofia durch mehrere Vergleichsmessungen validiert; laut EURAMET eröffnet dies neue Möglichkeiten für rückgeführte Messungen von Radon in Wasser.
- Hintergrund ist die Richtlinie 2013/59/Euratom, die die EU-Mitgliedstaaten verpflichtet, die Radonexposition zu verringern. Beteiligt sind unter anderem die Metrologieinstitute BFKH, CMI, IFIN-HH, LNE-LNHB, NPL, PTB und SMU sowie das polnische Zentrallabor für Strahlenschutz.