Tierarzneimittelrückstände in Lebensmitteln: nach Entscheidung 2002/657/EG validierte Methoden dürfen bis 31. Dezember 2027 statt bis 10. Juni 2026 verwendet werden — Verordnung (EU) 2026/731
Die am 30. März 2026 veröffentlichte Durchführungsverordnung (EU) 2026/731 der Kommission ändert die Verordnung (EU) 2021/808 über Analysemethoden für Rückstände pharmakologisch wirksamer Stoffe in Lebensmitteln tierischen Ursprungs. Sie verlängert die Übergangsfrist für nach den alten Regeln validierte Methoden und präzisiert die Probenahme bei Futtermitteln und Straußeneiern.
- Die Verordnung 2021/808 verlangt, dass in amtlichen Rückstandskontrollen verwendete Methoden die Leistungskriterien von Kapitel 1 ihres Anhangs I erfüllen und nach den Kapiteln 2 und 4 validiert sind — mit Entscheidungsgrenze für Bestätigungszwecke (CCα) und Nachweisvermögen für Screeningzwecke (CCβ). Für vor ihrem Inkrafttreten validierte Methoden galten weiter Nummer 2 und 3 von Anhang I der aufgehobenen Entscheidung 2002/657/EG — bis 10. Juni 2026.
- Die Kommission hat diese Frist auf den 31. Dezember 2027 verschoben. Begründung in Erwägungsgrund 4: Nach den Fortschrittsberichten der Mitgliedstaaten werden viele nationale Referenzlaboratorien und amtliche Kontrolllaboratorien die erneute Validierung aller Methoden für alle Matrices trotz der Anstrengungen der letzten vier Jahre bis Juni 2026 nicht abschließen.
- Neue Fassung von Artikel 6: Futtermittelproben in nationalen Kontrollplänen für pharmakologisch wirksame Stoffe werden nach Anhang I der Verordnung (EG) Nr. 152/2009 entnommen, und für die Berichterstattung über Probenahme, Transport und Lagerung gelten Nummer 5–7 von Anhang II der Verordnung 2021/808 — denn die Futtermittelverordnung enthält solche Anforderungen nicht.
- In Anhang II wurde bei der Probenzahl ergänzt, dass eine Probe von Straußeneiern aus einem Ei besteht, während bei anderen Eiern je nach Methode mindestens 12 Stück vorgeschrieben sind; laut Erwägungsgrund 5 wiegt ein Straußenei 1–1,5 kg, so viel wie 24 Hühnereier. Werden in einer Probe mehrere Stoffkategorien mit verschiedenen Methoden untersucht, ist die Probengröße entsprechend zu erhöhen.