Fünf Stämme (E. faecium DSM 33761, P. acidilactici DSM 33758, B. animalis DSM 16284, L. reuteri DSM 33751, L. salivarius DSM 16351) für Geflügel (4b1897) bis 31. Dezember 2035: Zählung nach EN 15788, EN 15786, EN 15785 und EN 15787; 1 × 10⁸ KbE/kg Futter oder 5 × 10⁷ KbE/l Wasser; Wirksamkeit erst nach drei neuen Versuchen bestätigt
Die Durchführungsverordnung (EU) 2025/2497 der Kommission, veröffentlicht am 11. Dezember 2025, lässt bis zum 31. Dezember 2035 eine Zubereitung aus fünf Bakterienstämmen (Zulassungsinhaber: Biomin GmbH) als Darmflorastabilisator für Mastgeflügel und zur Eiablage oder Fortpflanzung aufgezogenes Geflügel zu — beschichtet für Futter, unbeschichtet für Tränkwasser. Die EFSA hielt sie 2023 für sicher, konnte die Wirksamkeit aber nicht bewerten; erst nach drei neuen Versuchen an Masthühnern (Gutachten vom 6. Mai 2025) sah sie ein Wirksamkeitspotenzial. Der Zusatzstoff ist atemwegssensibilisierend und nicht hautreizend; Augenreizung und Hautsensibilisierung bleiben offen.
- Methoden im Anhang: Identifizierung aller Stämme — DNA-Sequenzierung oder PFGE (CEN/TS 17697); Zählung im Zusatzstoff, in Vormischungen und Mischfuttermitteln — E. faecium auf Galle-Äsculin-Azid-Agar oder Slanetz-Bartley-Agar (EN 15788), P. acidilactici auf MRS-Agar (EN 15786), B. animalis auf MRS-Agar (EN 15785), L. reuteri und L. salivarius auf MRS-Agar (EN 15787). Das Referenzlabor verwies auf seine frühere Bewertung desselben Zusatzstoffs (Art. 5 Abs. 4 Buchst. a der Verordnung (EG) Nr. 378/2005).
- Mindestzusammensetzung: insgesamt 4 × 10¹⁰ KbE/g, davon E. faecium und P. acidilactici je 1,3 × 10¹⁰, B. animalis 1,2 × 10¹⁰, L. reuteri und L. salivarius je 1,0 × 10⁹ KbE/g. Dosis: 1 × 10⁸ KbE/kg Alleinfuttermittel (beschichtete Form) oder 5 × 10⁷ KbE/l Wasser (unbeschichtet). Die Kombination mit Nicarbazin, Diclazuril, Decoquinat und Halofuginon ist erlaubt — im Gutachten von 2023 lagen die MHK dieser Kokzidiostatika über dem Vierfachen ihrer Höchstgehalte im Futter (125, 1, 40 und 3 mg/kg); bei Monensin, Robenidin, Maduramicin und Lasalocid nicht.
- Neue Versuche (Ross 308, männlich, 35–37 Tage): in Versuch 1 (1200 Tiere) höheres Endgewicht (1976 gegenüber 1944 g) und bessere Futterverwertung (1,67 gegenüber 1,71), in Versuch 3 Futterverwertung 1,43 gegenüber 1,47, in Versuch 2 keine signifikanten Unterschiede. In Versuch 2 wurden im Grower-Futter nur 5,5 × 10⁶ statt 1 × 10⁸ KbE/kg gefunden, B. animalis, L. reuteri und L. salivarius lagen bei < 10⁶ KbE/kg. Die Wasserdosis hielt die EFSA für wirksam, weil Geflügel 2–3-mal mehr Wasser trinkt, als es Futter-Trockenmasse frisst.
- Aus dem Gutachten von 2023: E. faecium DSM 33761 ist empfindlich gegenüber Ampicillin (MHK 0,5 mg/l bei geforderten ≤ 2 mg/l) und ohne die für klinische Isolate typischen Marker IS16, esp und hylEfm; Staubentwicklungspotenzial nach Stauber-Heubach — unbeschichtete Form im Mittel 2278 mg/m³ (1715–2795), beschichtete 1790 mg/m³ (1330–2250), daher sind Atem-, Augen- und Hautschutz vorgeschrieben. Bei Futter — Angaben zur Stabilität bei Wärmebehandlung, bei Wasser — zur Stabilität im Tränkwasser.