Pfefferminz-, Muskatellersalbei- und Salbeiöl in Futtermitteln: GC-FID-Marker nach ISO 856, Ph. Eur. 1850 und ISO 9909, Pulegon ≤ 1,72 % und Menthofuran ≤ 4,54 % in Pfefferminze, α-Thujon 18–27 % in Salbei
Die Durchführungsverordnung (EU) 2025/1400 der Kommission, veröffentlicht am 17. Juli 2025, lässt bis zum 6. August 2035 drei ätherische Öle als Aromastoffe für alle Tierarten zu: Pfefferminzöl (2b282-eo), Muskatellersalbeiöl (2b415-eo) und Salbeiöl (2b414-eo). Die Verwendung im Tränkwasser ist nicht zulässig, weil die Verordnung (EG) Nr. 1831/2003 sie für Aromastoffe nicht vorsieht; auf den Etiketten werden empfohlene Höchstgehalte angegeben.
- Spezifikationen (GC-FID, % Peakfläche) und Methoden: Pfefferminze — Menthol 30–55 %, Menthon 13–32 %, d,l-Isomenthon 1,5–10 %, Menthylacetat 2–10 %, 1,8-Cineol 2–8 %, Pulegon ≤ 1,72 %, Menthofuran ≤ 4,54 %, β-Thujon ≤ 0,01 %, Cumarin und Estragol ≤ 0,001 %; Marker Menthol und Menthon (ISO 856). Muskatellersalbei — Linalylacetat 55–78 %, Linalool 6,5–25 % (Ph. Eur., Monographie 1850). Salbei — α-Thujon 18–27 %, Campher 4–24,5 %, 1,8-Cineol 5,5–13 %, β-Thujon 3–7 % (ISO 9909).
- Chargen laut EFSA: Pfefferminze — 10 Chargen aus den USA und Indien, Menthol 42,51–45,54 %, Menthon 17,49–24,32 % (GC-FID); in der GC-MS-Analyse dieser Chargen Pulegon 0,48–1,72 %, Menthofuran 2,29–4,54 %, β-Thujon in Spuren (≤ 0,015 %). Muskatellersalbei (Frankreich, Russland) — Linalylacetat 61,87–74,84 %, Linalool 10,88–17,91 %. Salbei (Ukraine) — α-Thujon 23,54–26,00 %, Campher 18,50–18,87 %, β-Thujon 4,98–6,16 %.
- Empfohlene Höchstgehalte (mg/kg Alleinfuttermittel): Pfefferminze — 12 für alle Arten; Muskatellersalbei — von 4 (Katzen, andere Arten) bis 20 (Hunde, Salmoniden, Zierfische), z. B. 5 für Masthühner und 11 für Mastschweine; Salbei — von 2 (Katzen, andere Arten) bis 20 (Zierfische), z. B. 3 für Hühner und Puten, 12 für Hunde. Die Werte entsprechen den sicheren Konzentrationen aus den EFSA-Gutachten vom 16. Oktober, 20. November und 26. November 2024.
- In der polnischen Fassung des Anhangs lauten bei beiden Salbeiölen zwei Einträge „alle Geflügelarten, die zur Eiablage oder zur Zucht aufgezogen werden“ mit unterschiedlichen Werten (5 und 8 mg, 3 und 4 mg); die englische Fassung unterscheidet aufgezogenes Geflügel („reared for laying or breeding“) und Lege- bzw. Zuchtgeflügel („for laying or breeding“). Die EFSA stufte alle drei Öle als haut- und augenreizend sowie als haut- und atemwegssensibilisierend ein.