Höchstgehalte aus Monitoringdaten: Verordnung (EU) 2026/1314 — 1,4-Dimethylnaphthalin 0,03 mg/kg (99. Perzentil), Chlormequat 2 mg/kg in Austernpilzen und 0,6 mg/kg in Zuchtpilzen; zwei Rückstandsdefinitionen für Metribuzin, darunter DADK-Metribuzin
Die Verordnung (EU) 2026/1314 der Kommission vom 15. Juni 2026, veröffentlicht am 16. Juni, ändert die Anhänge II, III und V der Verordnung (EG) Nr. 396/2005 für 1,4-Dimethylnaphthalin, Chlormequat, Metribuzin, DADK-Metribuzin, Terbuthylazin und Triclopyr. Sie gilt ab 6. Januar 2027; zuvor in Verkehr gebrachte Erzeugnisse unterliegen weiter den bisherigen Vorschriften.
- 1,4-Dimethylnaphthalin kann in manchen Pflanzen natürlich vorkommen. Vorläufige Höchstgehalte von 0,05 mg/kg für pflanzliche Erzeugnisse (außer Kartoffeln) galten bis 2. August 2024; neuere Monitoringdaten von EFSA und Lebensmittelunternehmen zeigten Rückstände über der Bestimmungsgrenze, daher wurden vorläufige Höchstgehalte von 0,03 mg/kg — das 99. Perzentil aller Ergebnisse — mit Überprüfung nach sieben Jahren festgesetzt.
- Chlormequat gelangt über damit behandeltes Stroh in unbehandelte Zuchtpilze. Statt bisher 6 mg/kg (Austernpilze) und 0,9 mg/kg (Zuchtpilze) gelten vorläufige Höchstgehalte von 2 mg/kg und 0,6 mg/kg — das 95. bzw. 97,5. Perzentil der Ergebnisse —, ebenfalls mit Überprüfung nach sieben Jahren. Auf Grundlage von EFSA-Gutachten wurden die Chlormequat-Höchstgehalte für Milch sowie für Muskel und Fett von Geflügel gesenkt.
- Metribuzin ist seit 24. November 2024 nicht mehr genehmigt; seine Höchstgehalte wurden auf die Bestimmungsgrenzen gesenkt und in Anhang V übertragen. Entsprechend den Schlussfolgerungen der EFSA-Peer-Review gelten für pflanzliche Erzeugnisse zwei getrennte Rückstandsdefinitionen — „Metribuzin“ und sein Metabolit „Desamino-Diketo-Metribuzin (DADK-Metribuzin)“.
- Die EU-Referenzlaboratorien für Pestizidrückstände schlugen analytisch erreichbare Bestimmungsgrenzen vor. Bei Terbuthylazin schlossen bestätigende Daten die Datenlücken (Zuckermais, Sonnenblumenkerne, Erzeugnisse von Rindern und Equiden), bei Triclopyr die Lücken für Äpfel, Birnen und Pfirsiche; zudem wurden neue Triclopyr-Höchstgehalte für Gewebe und Milch von Schweinen, Rindern, Schafen und Ziegen festgesetzt.