Narasin (Monteban G100) für Masthühner erneut zugelassen: ein Pflanzentest nach OECD 208 an 10 Arten und eine Artenempfindlichkeitsverteilung schlossen die Bodenrisikobewertung ab, Fisch-BCF 4,12 l/kg nach OECD 305
Die Durchführungsverordnung (EU) 2026/1860 der Kommission, veröffentlicht am 30. Juli 2026, lässt das Kokzidiostatikum Narasin (Monteban G100, Elanco GmbH) für Masthühner mit 60–70 mg/kg Alleinfuttermittel bis zum 19. August 2036 zu und hebt die Zulassung von 2004 auf. Die Entscheidung folgte einem dritten EFSA-Gutachten: 2024 konnte das FEEDAP-Gremium ein Risiko für den Boden und eine Sekundärvergiftung über die aquatische Nahrungskette nicht ausschließen, nach neuen Pflanzen- und Fischbiokonzentrationsstudien kam die EFSA zu dem Schluss, dass kein Risiko für Boden, Wasser und Sediment zu erwarten ist.
- Die neue GLP-Pflanzenstudie nach OECD 208 umfasste 10 Arten — Zwiebel, Hafer, Weidelgras, Speiserübe, Gurke, Sonnenblume, Salat, Bohne, Erbse und Tomate — in LUFA-Sp-2.3-Boden bei 1,0–100 mg/kg Bodentrockenmasse. Aus den NOEC-Werten für 11 Arten aus drei Studien erstellte die EFSA eine Artenempfindlichkeitsverteilung (SSD, Programm ETX 2.3, Anderson-Darling-Test): HC5 = 0,461 mg/kg, Untergrenze 0,128 mg/kg.
- Bei einer PNEC für Pflanzen von 128 µg/kg Bodentrockenmasse und einer PEC im Boden von 105 µg/kg sank das PEC/PNEC-Verhältnis von 1,70 (Gutachten 2024) auf 0,82. Eine Fischbiokonzentrationsstudie nach OECD 305 ergab einen lipidnormierten BCF von 4,12 l/kg — unter der Bioakkumulationsschwelle von 100 l/kg —, daher hielt die EFSA das Risiko einer Sekundärvergiftung fischfressender Säugetiere und Vögel für gering.
- Analysemethoden im Anhang: Narasin im Zusatzstoff, in Vormischungen und Futtermitteln — HPLC mit Nachsäulenderivatisierung und photometrischer Detektion (HPLC-PCD-UV–Vis) nach EN ISO 14183, im Futtermittel auch LC-MS/MS nach EN 17299; in Geweben — LC-MS/MS. Rückstandshöchstmenge: 50 µg Narasin/kg aller Feuchtgewebe.
- Der Zulassungsinhaber überwacht nach dem Inverkehrbringen die Resistenz von Eimeria spp. gegen Narasin. Das Etikett warnt: „Gefährlich für Equiden, Truthühner und Kaninchen“; die gleichzeitige Verwendung mit bestimmten Arzneistoffen, darunter Tiamulin, ist kontraindiziert. Nach den alten Vorschriften vor dem 19. Februar 2027 hergestellter Zusatzstoff und vor dem 19. August 2027 hergestellte Futtermittel dürfen bis zum Aufbrauchen der Bestände verwendet werden.