Silierzusatzstoffe: Lentilactobacillus buchneri DSM 32651 (1k21903) für alle Tierarten zugelassen — mindestens 1×10¹¹ KBE/g, Dosis 1×10⁸ KBE/kg leicht und mittelschwer silierbares Grünfutter; Zählung auf MRS-Agar (EN 15787), Identifizierung mit ERIC-PCR, Sequenzierung oder PFGE
Die Durchführungsverordnung (EU) 2025/720 der Kommission, veröffentlicht am 16. April 2025, lässt bis 6. Mai 2035 eine Zubereitung von Lentilactobacillus buchneri DSM 32651 als technologischen Zusatzstoff der Funktionsgruppe Silierzusatzstoffe für alle Tierarten zu. Grundlage ist das EFSA-Gutachten vom 18. September 2024: Der Stamm ist sicher für Tiere, Verbraucher und Umwelt und kann in einer Dosis von mindestens 1×10⁸ KBE/kg Frischmaterial die aerobe Stabilität von Silage aus Material mit 28 % bis 45 % Trockenmasse verbessern.
- Bedingungen des Anhangs: Zusammensetzung mindestens 1×10¹¹ KBE/g Zusatzstoff (feste Form), Wirkstoff — lebensfähige Zellen des Stamms. Der Zusatzstoff darf nur in leicht silierbarem frischem Pflanzenmaterial (über 3 % lösliche Kohlenhydrate im Frischmaterial) oder mittelschwer silierbarem (1,5–3,0 %) nach Verordnung (EG) Nr. 429/2008 verwendet werden; Mindestdosis ohne andere Mikroorganismen 1×10⁸ KBE/kg. Der Zusatzstoff gilt als potenziell haut- und atemwegssensibilisierend — der Rechtsakt verlangt Haut-, Augen- und Atemschutz, wenn Verfahren das Risiko nicht beseitigen.
- Analysemethoden: Identifizierung des Stamms — ERIC-PCR (enterobacterial repetitive intergenic consensus), DNA-Sequenzierung oder Pulsfeld-Gelelektrophorese (PFGE) nach CEN/TS 17697; Zählung im Zusatzstoff — Spatel- oder Gussplattenverfahren auf MRS-Agar nach EN 15787. Laut EFSA wurde die Identität durch digitale DNA-DNA-Hybridisierung (dDDH) auf WGS-Daten festgestellt: 99,2 % Ähnlichkeit mit dem Typstamm L. buchneri DSM 20057T; im Genom wurden keine Antibiotikaresistenzgene oberhalb der EFSA-Schwellen gefunden, die MHK-Werte lagen unter den Grenzwerten.
- Charakterisierung laut EFSA: fünf Chargen im Mittel 1,3×10¹¹ KBE/g (1,2–1,4×10¹¹); Cadmium 0,011–0,012 mg/kg, Blei 0,022–0,026 mg/kg, Arsen 0,013–0,014 mg/kg, Quecksilber unter der LOQ von 0,01 mg/kg, Mykotoxine unter der LOD. Staubungspotenzial nach Stauber-Heubach 1 039–11 395 mg/m³. Stabilität: keine Verluste (unter 0,5 log) über 24 Monate bei −18 °C und 4 °C sowie im ersten Monat bei 20 °C; nach 5 Monaten bei 20 °C verloren zwei von drei Chargen 0,9 und 1 log.
- Wirksamkeitsversuche: sechs Laborversuche in Minisilos (2,7 l oder 1,75 l, fünf Wiederholungen, 20 °C, 90–103 Tage), Dosen 5,1×10⁷–1,0×10⁸ KBE/kg; die aerobe Stabilität wurde nach Honig gemessen — als Zeit bis zum Temperaturanstieg um 3 °C über die Umgebung von 20 °C. Laut EFSA verbesserte der Zusatzstoff sie in einer Gras-Leguminosen-Mischung (45,0 % TM; 3,6 → 9,0 Tage) und in drei Versuchen mit Mais (28,3–33,9 % TM), und die Essigsäure stieg in allen behandelten Silagen; aus diesen Materialien folgt der Bereich 28–45 % TM. Der Rechtsakt begrenzt die Verwendung nach Kohlenhydraten, nicht nach Trockenmasse — beide Kriterien nebeneinander.