Lactiplantibacillus plantarum NCIMB 41028 (1k20713) und NCIMB 30148 (1k20714) für Silage bis 19. August 2035: CEN/TS 17697 und MRS-Agar nach EN 15787, mindestens 7 × 10¹⁰ KbE/g; Test nach OECD TG 492 verfehlte die Akzeptanzkriterien — keine EFSA-Schlussfolgerung zur Augenreizung, der Rechtsakt verlangt dennoch Augenschutz
Die Durchführungsverordnung (EU) 2025/1527 der Kommission, veröffentlicht am 30. Juli 2025, lässt bis zum 19. August 2035 zwei Zubereitungen von Lactiplantibacillus plantarum — NCIMB 41028 und NCIMB 30148, beide aus Deutschem Weidelgras isoliert — als Silierzusatzstoffe für alle Tierarten zu. Die EFSA hielt sie in zwei Gutachten vom 26. November 2024 für sicher und geeignet, die Silageherstellung bei mindestens 1 × 10⁹ KbE/kg Frischmaterial zu verbessern; die Zusatzstoffe reizen die Haut nicht, sind potenziell sensibilisierend, und zur Augenreizung ließ sich keine Schlussfolgerung ziehen.
- Methoden im Anhang (für beide Stämme): Identifizierung — DNA-Sequenzierung oder PFGE (CEN/TS 17697), Zählung — Spatel- oder Gussplattenverfahren auf MRS-Agar (EN 15787). Jeder Zusatzstoff: mindestens 7 × 10¹⁰ KbE/g, Mindestdosis ohne andere Mikroorganismen 1 × 10⁹ KbE/kg frisches Pflanzenmaterial (als wässrige Suspension). Kryoschutzmittel im Anhang: NCIMB 41028 — Glycin und Natriumerythorbat ≤ 14 %, NCIMB 30148 — ≤ 21 %; Haut-, Augen- und Atemschutz.
- NCIMB 41028 (Gutachten e9142): 45,4 % Zellen, 13,0 % Medium, 41,6 % Kryoschutzmittel; fünf Chargen im Mittel 3,7 × 10¹¹ KbE/g (3,5–3,9 × 10¹¹); Cadmium 0,16 mg/kg (0,15–0,17), Quecksilber 0,02 mg/kg; ANI 99,04 % zum Typstamm ATCC 14917T. Staubentwicklungspotenzial nach Stauber-Heubach im Mittel 6,08 g/m³ (5,50–6,63), Partikel < 10 µm 15,4 %; Vormischung 23 Monate bei −18 °C und 4 °C sowie 18 Monate bei 20 °C stabil.
- NCIMB 30148 (Gutachten e9143): 27,6 % Zellen, 10,7 % Medium, 61,7 % Kryoschutzmittel; fünf Chargen im Mittel 6,1 × 10¹¹ KbE/g (5,3–7,1 × 10¹¹); Cadmium 0,16 mg/kg (0,14–0,19), Quecksilber 0,009 mg/kg, in einer Charge Blei 0,07 und Arsen 0,3 mg/kg, in der Vormischung Arsen 0,4 mg/kg; ANI 99,8 %. Staubentwicklungspotenzial im Mittel 8,92 g/m³ (6,74–11,04), Partikel < 10 µm 14,7 %. Bei beiden Zusatzstoffen lagen alle MHK auf oder unter den Grenzwerten, Resistenzgene wurden in NCBI, CARD und AMRFinderPlus geprüft — keine Treffer über den Schwellen.
- Reizung: OECD TG 439 — keiner der Zusatzstoffe ist hautreizend (UN-GHS „keine Kategorie“); bei OECD TG 492 streuten die Wiederholungen stark, weil das Prüfmaterial auf dem Gewebe haften blieb, sodass die Akzeptanzkriterien verfehlt wurden und die EFSA zur Augenreizung nicht entschied. Beide Zusatzstoffe waren bereits in der EU zugelassen — der Antragsteller meldete für 2012–2022 keine unerwünschten Wirkungen; die Wirksamkeit stützt sich auf 2012 von der EFSA bewertete Studien.