Lactiplantibacillus plantarum NCIMB 30094 für Silage (1k20723) bis 18. August 2035 zugelassen: CEN/TS 17697 und MRS-Agar nach EN 15787, Dosis 1 × 10⁹ KbE/kg; Test nach OECD TG 492 — augenreizend, 10 % der Partikel unter 10 µm
Die Durchführungsverordnung (EU) 2025/1523 der Kommission, veröffentlicht am 29. Juli 2025, lässt bis zum 18. August 2035 eine Zubereitung von Lactiplantibacillus plantarum NCIMB 30094 als Silierzusatzstoff für alle Tierarten zu. Der Antrag wurde nach Art. 7 der Verordnung (EG) Nr. 1831/2003 gestellt; die EFSA weist in ihrem Gutachten vom 26. November 2024 darauf hin, dass der Zusatzstoff bereits früher in der EU zugelassen war und 2012–2022 keine unerwünschten Wirkungen gemeldet wurden. Laut EFSA reizt der Zusatzstoff die Haut nicht, wohl aber die Augen, und ist potenziell haut- und atemwegssensibilisierend; die Wirksamkeit stützt sich auf 2012 bewertete Studien.
- Methoden im Anhang: Identifizierung — DNA-Sequenzierung oder PFGE (CEN/TS 17697), Zählung — Spatel- oder Gussplattenverfahren auf MRS-Agar (EN 15787). Zusatzstoff: mindestens 5 × 10¹⁰ KbE/g; Mindestdosis ohne andere Mikroorganismen — 1 × 10⁹ KbE/kg frisches Pflanzenmaterial (jedes Grünfutter, direkt oder als wässrige Suspension). Kryoschutzmittel im Anhang: Glycin ≤ 18 % und Natriumerythorbat ≤ 18 %; Haut-, Augen- und Atemschutz.
- Zusammensetzung laut EFSA: 38,9 % Zellen, 9,3 % Fermentationsmedium, 51,8 % Kryoschutzmittel (Saccharose, Glycin, Natriumerythorbat etwa 1:1:1) und bis 2 % Natriumaluminiumsilikat. Fünf Chargen — im Mittel 6,3 × 10¹¹ KbE/g (5,7–7,4 × 10¹¹), also mehr als das Zehnfache des Minimums. Cadmium 0,03–0,09 mg/kg, Blei < LOQ–0,15 mg/kg, Quecksilber < LOQ–0,005 mg/kg, Arsen < LOQ–0,3 mg/kg, Aflatoxine < LOQ; Salmonella und E. coli nicht nachgewiesen (25 g und 10 g, drei Chargen).
- Stamm aus Grassilage isoliert; ANI 99,1 % zum Typstamm L. plantarum ATCC 14917T, alle MHK gleich oder unter den Grenzwerten, keine Resistenzgene über den EFSA-Schwellen (NCBI, CARD). Schüttdichte 564 kg/m³, Staubentwicklungspotenzial nach Stauber-Heubach im Mittel 20,78 g/m³ (18,20–26,31), Partikel < 100 µm 51,2 %, < 50 µm 35,6 %, < 10 µm 10 % — die EFSA hielt eine Exposition durch Einatmen für wahrscheinlich.
- Reizungsprüfungen: OECD TG 439 — nicht hautreizend (UN-GHS „keine Kategorie“), OECD TG 492 — augenreizend. Stabilität: Zusatzstoff bei −18 °C und 4 °C über 24 Monate, Vormischung zusätzlich 12 Monate bei 20 °C, Suspension von 3 g/l bei 20 °C über 48 h — Verluste < 0,5 log. Natriumerythorbat (etwa 17 % des Zusatzstoffs) ergibt etwa 0,27 mg/kg Silage — laut EFSA unbedenklich. Eine Literaturrecherche für 2010–2021 (sieben Datenbanken, 10 Treffer) lieferte keine Daten für die Bewertung.