Lacticaseibacillus huelsenbergensis DSM 115424 als Silierzusatzstoff: 4 × 10¹¹ KbE/g, Zählung auf MRS-Agar nach EN 15787, PEG 4000 als Kryoprotektivum höchstens 0,025 mg/kg Silage
Die Durchführungsverordnung (EU) 2026/348 der Kommission, veröffentlicht am 18. Februar 2026, lässt bis zum 10. März 2036 eine Zubereitung aus Lacticaseibacillus huelsenbergensis DSM 115424 (mindestens 4 × 10¹¹ KbE/g) als Silierzusatzstoff für alle Tierarten und alle frischen Pflanzenmaterialien zu, in einer Dosis von mindestens 1 × 10⁸ KbE/kg Frischmaterial.
- Methoden: Identifizierung — Pulsfeld-Gelelektrophorese PFGE (CEN/TS 17697) oder DNA-Sequenzierung; Zählung im Zusatzstoff — Spatelverfahren (oder Gussplatten) auf MRS-Agar (EN 15787). Kryoprotektiva können u. a. Natriumcitrat, Mannit und Mononatriumglutamat-Monohydrat umfassen; Polyethylenglykol PEG 4000 — höchstens 0,025 mg/kg Silage. Laut EFSA ist PEG 4000 der einzige Bestandteil, der kein Futtermittel-Ausgangserzeugnis oder Zusatzstoff ist; in dieser Konzentration wurde es bereits bei einem anderen Silierzusatzstoff bewertet.
- EFSA-Daten (Zubereitung mit Molkenpulver als Träger): in 5 Chargen 4,8–6,1 × 10¹¹ KbE/g; in 3 Chargen Arsen < 0,1–0,11 mg/kg, Enterobacteriaceae sowie Hefen und Schimmelpilze < 1 000 KbE/g; Staubungspotenzial 695–743 mg/m³, Partikel unter 10 µm 8,4–8,5 Vol.-%; Verluste < 0,5 log nach 12 Monaten bei 20 °C sowie im Wasser nach 48 h bei 20 °C und nach 7 Tagen bei 4 °C.
- Wirksamkeit: 4 Versuche in Minisilos zu 1,5 l oder 6,5 l (3 Wiederholungen, 90 Tage, 20 ± 2 °C) — Gras (TM 41,7 %, leicht silierbar), Maiskolbenschrot (70,2 %, schwer), Ganzpflanzenmais (39,5 %, mittelschwer) und Gras (26,6 %, schwer); Mann-Whitney-U-Test. Im Gras aus Versuch 4 sank der pH-Wert von 4,98 auf 4,28 und der Ammoniakstickstoff von 17,23 auf 9,26 % des Gesamt-N; in Versuch 1 betrugen die TM-Verluste 6,83 % gegenüber 3,10 % in der Kontrolle (Unterschied nicht signifikant).
- Anwender: Die Zubereitung ist haut- und atemwegssensibilisierend, Einatmen und Hautkontakt sind ein Risiko; die Zubereitung mit Molke reizte Haut und Augen nicht, für andere Formen gibt es keine Schlussfolgerung. Der Rechtsakt verlangt Haut- und Atemschutz, wenn Verfahren und organisatorische Maßnahmen die Risiken nicht beseitigen.