L-Valin aus Escherichia coli CGMCC 22721 (3c374): mindestens 98 % TM, Bestimmung mit IEC-VIS, Feuchte auf dem Etikett statt eines Grenzwerts, Verluste in der Vormischung bis 15 % nach 6 Monaten, Endotoxine — 100 EU pro Arbeitstag bei einer Schwelle von 900 EU
Die Durchführungsverordnung (EU) 2025/756 der Kommission, veröffentlicht am 22. April 2025, lässt bis 12. Mai 2035 L-Valin, hergestellt mit genetisch verändertem E. coli CGMCC 22721 (ein K-12-Derivat), als ernährungsphysiologischen Zusatzstoff für alle Tierarten in Futtermitteln und im Tränkwasser zu. Grundlage ist das EFSA-Gutachten vom 18. September 2024 (Antragsteller: Eppen Europe SAS), das die EFSA am 11. Oktober 2024 vorübergehend zurückzog und am 26. Oktober 2024 mit Korrekturen neu veröffentlichte.
- Spezifikation im Rechtsakt: feste Form, mindestens 98 % L-Valin in der Trockenmasse (C5H11NO2, CAS 72-18-4); ein Feuchtegrenzwert fehlt — die Feuchte wird auf dem Etikett des Zusatzstoffs angegeben (laut EFSA spezifizierte der Antragsteller höchstens 1,5 %). Methoden: Identifizierung nach der L-Valin-Monografie des Food Chemical Codex; im Zusatzstoff Ionenaustauschchromatografie mit Nachsäulenderivatisierung und optischer Detektion (IEC-VIS); in Vormischungen und Mischfuttermitteln IEC-VIS nach Verordnung (EG) Nr. 152/2009; im Wasser IEC-VIS oder IEC-VIS/FLD.
- EFSA-Daten: Fünf Chargen enthielten im Mittel 100 % Valin in der TM (99,3–102,3 %), Feuchte im Mittel 0,04 % (0–0,1 %), spezifische Drehung +27,9 bis +28,5° (Ph. Eur.: +26,5 bis +29,0°). Cadmium, Blei, Quecksilber und Arsen unter der BG; Mykotoxine unter den Nachweisgrenzen außer Aflatoxinen mit 0,3–0,9 μg/kg; Obergrenze 0,14 ng WHO-TEQ/kg für PCDD/F, 0,27 ng WHO-TEQ/kg zusammen mit dl-PCB, Summe ndl-PCB 3 μg/kg. Weder lebensfähige Zellen noch DNA des Stamms wurden nachgewiesen.
- Stabilität: im Zusatzstoff nach 6 Monaten keine Verluste; in einer Vitamin-Mineral-Vormischung für Masthühner nach 6 Monaten 4–15 % Verlust; Pelletieren bei 75–77 °C ohne Verluste, nach 6 Monaten 2–4 % Verlust im Mehlfutter und 3–5 % im Pelletfutter; im Wasser 0–2,5 % nach 48 h bei 20 °C. Der Variationskoeffizient von Valin in 10 Teilproben pelletierten Futters (nach Abzug des Hintergrunds) betrug 7 %.
- Anwender: Staubungspotenzial 400–600 mg/m³ (Stauber-Heubach), Endotoxine in drei Chargen unter der BG von 300 EU/g (Grenztest, Ph.-Eur.-Methode A); mit 299 EU/g als ungünstigstem Fall beträgt die Exposition 100 EU pro Arbeitstag gegenüber einer Schwelle von 900 EU; der Rechtsakt setzt keinen Grenzwert für die Endotoxinexposition (die Zulassung für Tryptophan CGMCC 7.460 enthält einen). Zu Haut- und Augenreizung sowie Haut- und Atemwegssensibilisierung äußerte sich die EFSA mangels Daten nicht; der Rechtsakt verlangt Pansenschutz, einen Hinweis auf essenzielle Aminosäuren und persönliche Schutzausrüstung.