L-Valin aus Corynebacterium glutamicum KCCM 80366 als inaktiviertes Fermentationsprodukt — die Zellen des Stammes bleiben im Zusatzstoff: mindestens 72 % Valin in der Trockenmasse, Bestimmung mittels IEC-VIS, keine lebensfähigen Zellen in 3 Chargen
Die Durchführungsverordnung (EU) 2026/1756 der Kommission, veröffentlicht am 21. Juli 2026, lässt bis zum 10. August 2036 L-Valin, hergestellt mit dem nicht genetisch veränderten Stamm Corynebacterium glutamicum KCCM 80366, als ernährungsphysiologischen Zusatzstoff (Aminosäuren) für alle Tierarten zu. Der Zusatzstoff ist ein Fermentationsprodukt mit inaktivierten Zellen des Stammes, die nicht aus dem Endprodukt entfernt werden. Bei Wiederkäuern muss L-Valin vor dem Abbau im Pansen geschützt sein.
- Spezifikation und Methoden: Fermentationsprodukt mit inaktivierten Zellen von C. glutamicum KCCM 80366 mit mindestens 72 % L-Valin in der Trockenmasse, feste Form. Valin wird im Zusatzstoff mittels Ionenaustauschchromatographie mit Nachsäulenderivatisierung und optischer Detektion (IEC-VIS) und in Vormischungen und Mischfuttermitteln mittels IEC-VIS nach der Verordnung (EG) Nr. 152/2009 quantitativ bestimmt. Auf dem Etikett des Zusatzstoffs ist der Feuchtegehalt anzugeben.
- Daten aus dem EFSA-Gutachten: freies Valin 73,3–76,6 % (6 Chargen), Feuchte 0,85–1,74 %, Rohprotein 64,3–64,7 %, Asche 10,1–10,6 %, Stärke 12,2–15,5 % (5 Chargen); im Aminosäureprofil nach Hydrolyse Valin 76,20–76,60 %, die L-Enantiomerenreinheit wurde in 3 Chargen bestätigt. Lebensfähige Zellen des Stammes wurden in 3 Chargen in Dreifachbestimmung untersucht — keine nachgewiesen; erworbene antimikrobielle Resistenzgene wurden nicht gefunden, der Stamm erfüllt daher die Bedingungen der qualifizierten Sicherheitsannahme (QPS).
- Verunreinigungen und Eigenschaften (3 Chargen): Blei < 0,015 mg/kg, Cadmium 0,019–0,026 mg/kg, PCDD/F + PCB 0,116 ng WHO-TEQ/kg, Mykotoxine unter den Bestimmungsgrenzen, Salmonella in 25 g nicht nachgewiesen; Staubentwicklung nach Stauber-Heubach 85–170 mg/m³. Die Wiederfindung nach 3 Monaten in pelletiertem Masthühnerfutter betrug 89,3–97,7 %, das Pelletieren bei 70–75 °C senkte den Gehalt nicht; der Variationskoeffizient der Homogenität in Mehlfutter lag bei 8,93 %.
- Auf dem Etikett von Zusatzstoff und Vormischungen ist der Hinweis anzugeben, bei der Ergänzung mit L-Valin die Versorgung mit allen essenziellen und bedingt essenziellen Aminosäuren zu berücksichtigen. Die EFSA hielt den Zusatzstoff nicht für hautreizend, aber für potenziell haut- und atemwegssensibilisierend; zur Augenreizung kam sie zu keinem Schluss und wertete jede Exposition als Risiko. Für Nichtwiederkäuer ist der Zusatzstoff eine wirksame L-Valin-Quelle.