L-Valin aus Corynebacterium glutamicum KCCM 80365 für alle Tierarten: IEC-VIS im Zusatzstoff und Futter, IEC-VIS oder IEC-VIS/FLD im Wasser — fünf Chargen mit 98,5–99,7 %, im Wasser (1 g/l, 48 h) keine Verluste
Die Durchführungsverordnung (EU) 2025/2590 der Kommission, veröffentlicht am 19. Dezember 2025, lässt bis zum 8. Januar 2036 L-Valin (3c374i, ≥ 98 % in der Trockenmasse) aus der Fermentation mit dem genetisch veränderten Stamm C. glutamicum KCCM 80365 (Antragsteller: CJ Europe GmbH) als ernährungsphysiologischen Zusatzstoff für alle Tierarten zu, auch im Tränkwasser — trotz Bedenken der EFSA, mit verpflichtendem Etikettenhinweis zur Aminosäurenbilanz.
- Methoden: Identifizierung — Monographie L-Valin des Food Chemicals Codex; Valin im Zusatzstoff — Ionenaustauschchromatographie mit Nachsäulenderivatisierung und optischer Detektion (IEC-VIS); in Vormischungen und Mischfuttermitteln — IEC-VIS gemäß Verordnung (EG) Nr. 152/2009; im Tränkwasser — IEC-VIS oder IEC-VIS/FLD.
- Fünf Chargen (EFSA-Gutachten vom 18. März 2025): im Mittel 99,0 % L-Valin in der Trockenmasse (98,5–99,7 %), Feuchte < 0,2 %, Asche < 0,4 %; Drehung +27,07 bis +28,15° (Ph.-Eur.-Bereich +26,6 bis +29,0°). Metalle, Mykotoxine und Dioxine unter der LOQ (Obergrenze 0,05683 ng WHO-TEQ/kg für PCDD/F und 0,1161 ng mit dioxinähnlichen PCB); Hefen und Schimmelpilze < 10 KBE/g, Enterobacteriaceae und E. coli in 10 g nicht nachgewiesen, Salmonellen in 25 g.
- Stabilität: Verluste nach 6 Monaten < 0,25 % (25 °C) und < 0,35 % (40 °C); Vormischung mit 10 % Valin < 0,10 %; Futter mit 0,3 % Valin — Pelletierung ohne Verluste, nach 3 Monaten im Mehlfutter < 0,91 %; im Wasser (1 g/l, 48 h) keine Verluste. Homogenität: VK 1,89 % in der Vormischung, 1,59 % und 1,11 % im Mehl- und pelletierten Futter.
- Anwender: Staubentwicklungspotenzial 55–195 mg/m³ — deutlich niedriger als beim L-Tryptophan der Verordnung 2025/1915 (1045–1490 mg/m³); der Zusatzstoff reizt weder Haut noch Augen und ist kein Hautsensibilisator. Bei Wiederkäuern muss L-Valin vor dem Abbau im Pansen geschützt werden. Hygienefragen bei Gabe über Wasser sah die Kommission durch die Verordnung (EG) Nr. 183/2005 abgedeckt.