L-Tryptophan aus Escherichia coli CGMCC 7.460 (3c442): HPLC-FLD nach EN ISO 13904, EBT höchstens 10 mg/kg, Staubungspotenzial bis 12,9 g/m³ — die EFSA errechnete 2 150 IU Endotoxine pro Arbeitstag bei einer Schwelle von 900 IU, der Rechtsakt begrenzt die Exposition auf 1 600 IU/m³
Die Durchführungsverordnung (EU) 2025/188 der Kommission, veröffentlicht am 3. Februar 2025, lässt bis 23. Februar 2035 L-Tryptophan, hergestellt mit dem nicht genetisch veränderten Stamm E. coli CGMCC 7.460 (ein K-12-Derivat), als ernährungsphysiologischen Zusatzstoff für alle Tierarten in Futtermitteln und im Tränkwasser zu. Grundlage ist das EFSA-Gutachten vom 12. März 2024 (Antragsteller: Kempex Holland B.V.).
- Spezifikation: Pulver mit mindestens 98 % Tryptophan in der Trockenmasse und höchstens 0,5 % Wasser; 1,1′-Ethyliden-bis-L-tryptophan (EBT) höchstens 10 mg/kg. Methoden: Identifizierung nach der L-Tryptophan-Monografie des Food Chemical Codex; Bestimmung im Zusatzstoff und in Vormischungen — Hochleistungsflüssigkeitschromatografie mit Fluoreszenzdetektion (HPLC-FLD) nach EN ISO 13904; im Mischfuttermittel HPLC-FLD nach Verordnung (EG) Nr. 152/2009. Endotoxine nach Ph. Eur. 2.6.14.
- EFSA-Daten: Fünf Chargen enthielten im Mittel 99,8 % Tryptophan in der TM (99,2–101,5 %), spezifische Drehung von drei Chargen −30,8 bis −31,9° (Ph. Eur.: −30,0 bis −33,0°). Arsen bis 0,071 mg/kg, Blei bis 0,011 mg/kg, Cadmium und Quecksilber unter der BG; Aflatoxine 1,6–2,3 μg/kg, übrige Mykotoxine unter den Nachweisgrenzen. EBT in allen drei Chargen unter 10 mg/kg (NG); MTCA wird im Abschnitt zur Charakterisierung mit unter 0,1 mg/kg (NG), im Abschnitt zur Verbrauchersicherheit mit unter 1 mg/kg angegeben.
- Stabilität: im Zusatzstoff nach 6 Monaten keine Verluste, in einer Ferkel-Vormischung nach 6 Monaten 8–14 % Verlust; Pelletieren bei 73–75 °C ohne Verluste, nach 3 Monaten 5–7,3 % Verlust im Mehlfutter und 4,8–4,9 % im Pelletfutter, im Wasser 1,5–2,9 % nach 48 h bei 20 °C. Der Variationskoeffizient des Gesamttryptophans in 10 Teilproben betrug 2 %, nach Abzug des proteingebundenen Tryptophans des Futters (0,23 %) 5 %.
- Anwender: Endotoxine unter 300 IU/g, aber Staubungspotenzial 10,1–12,9 g/m³ (Stauber-Heubach) — im ungünstigsten Szenario 2 150 IU pro Arbeitstag gegenüber einer Schwelle von 900 IU, daher verlangt der Rechtsakt, dass Endotoxingehalt und Staubungspotenzial eine Exposition von höchstens 1 600 IU/m³ Luft ergeben. EFSA: Ungeschütztes Tryptophan kann bei Wiederkäuern die Bildung des toxischen Skatols (3-Methylindol) erhöhen, daher die Pflicht zum Pansenschutz; das Etikett muss bei Gabe im Wasser auf die Versorgung mit essenziellen Aminosäuren hinweisen.