L-Threonin aus Escherichia coli CGMCC 7.455 (3c412) für alle Tierarten: mindestens 98,5 % Threonin, IEC-VIS/FLD nach EN ISO 17180, Endotoxine unter 300 IU/g — die EFSA errechnete 17 IU pro Arbeitstag bei einer Schwelle von 900 IU
Die Durchführungsverordnung (EU) 2025/160 der Kommission, veröffentlicht am 30. Januar 2025, lässt bis 19. Februar 2035 L-Threonin, hergestellt mit genetisch verändertem E. coli CGMCC 7.455, als ernährungsphysiologischen Zusatzstoff (Aminosäuren, deren Salze und Analoga) für alle Tierarten in Futtermitteln und im Tränkwasser zu. Grundlage ist das EFSA-Gutachten vom 12. März 2024 (Antragsteller: Kempex Holland B.V.).
- Spezifikation: Pulver mit mindestens 98,5 % L-Threonin und höchstens 1 % Feuchte (C4H9NO3, CAS 72-19-5). Methoden: Identifizierung nach der L-Threonin-Monografie des Food Chemical Codex; im Zusatzstoff — Ionenaustauschchromatografie mit Nachsäulenderivatisierung und optischer Detektion (IEC-VIS/FLD) nach EN ISO 17180; in Vormischungen EN ISO 17180 oder IEC-VIS nach Verordnung (EG) Nr. 152/2009; in Mischfuttermitteln IEC-VIS (152/2009); im Wasser IEC-VIS oder IEC-VIS/FLD.
- EFSA-Daten: Fünf Chargen enthielten im Mittel 100,7 % L-Threonin im Anlieferungszustand (99,7–101,2 %), Feuchte und Glührückstand je 0,2 %, spezifische Drehung in drei Chargen −28,2 bis −28,3° (Ph. Eur.: −27,6 bis −29,0°). Arsen, Blei und Quecksilber unter der Bestimmungsgrenze, Cadmium in einer Charge 0,003 mg/kg; Deoxynivalenol 149,2–386,8 μg/kg, Aflatoxine 1,9–2,6 μg/kg, Fumonisine in einer Charge 28,3 μg/kg. Dioxine und dl-PCB als Obergrenze 0,237 ng WHO-PCDD/F-PCB-TEQ/kg.
- Stabilität: nach 6 Monaten Lagerung des Zusatzstoffs Verluste unter 3 %, in einer Ferkel-Vormischung keine Verluste; Pelletieren bei 73–75 °C und 3 Monate im Futter ohne Verluste, im Wasser nach 48 h bei 20 °C vernachlässigbare Verluste. Der Variationskoeffizient des Gesamtthreonins in 10 Teilproben pelletierten Futters betrug 3 %, nach Abzug des proteingebundenen Threonins des Futters (0,64 %) 13 %. Weder lebensfähige Zellen noch DNA des Produktionsstamms wurden nachgewiesen.
- Anwendersicherheit: Endotoxine in drei Chargen unter 300 IU/g (Gelbildungstest, Ph. Eur. 2.6.14), Staubungspotenzial unter 100 mg/m³ (Stauber-Heubach-Methode) — im ungünstigsten Szenario errechnete die EFSA 17 IU Endotoxine pro Arbeitstag gegenüber einer Schwelle von 900 IU. Mangels Daten keine Schlussfolgerung zu Haut- und Augenreizung oder Sensibilisierung. Rechtsakt: für Wiederkäuer pansengeschütztes Threonin, Warnhinweis auf dem Etikett zur Versorgung mit essenziellen Aminosäuren, Haut-, Augen- und Atemschutz, wenn Verfahren die Risiken nicht beseitigen.