Guanidinoessigsäure auch im Tränkwasser für Schweine und Puten: 200–600 mg/l mit Ionenchromatographie und UV-Detektion bestimmt, Cyanamid ≤ 0,03 %, die Menge im Wasser darf das Äquivalent von 1200 mg/kg Futter nicht überschreiten
Die Durchführungsverordnung (EU) 2025/2505 der Kommission, veröffentlicht am 12. Dezember 2025, lässt bis zum 1. Januar 2036 Guanidinoessigsäure (GAA, Alzchem Trostberg GmbH) im Tränkwasser für Absetzferkel und Mastschweine (200–600 mg/l) sowie im Futter (600–1200 mg/kg) und Wasser (300–600 mg/l) für Mast- und Zuchtputen zu. Der Antragsteller wollte den Zusatzstoff für Schweine den Aminosäuren zuordnen; die Kommission ließ ihn — der EFSA folgend — wie bisher in der Gruppe „sonstige zootechnische Zusatzstoffe“ zu.
- Methode im Anhang für Zusatzstoff, Vormischungen, Mischfuttermittel und Tränkwasser: Ionenchromatographie mit UV-Detektion (IC-UV). Zusatzstoff: GAA mindestens 98 % der Trockenmasse (Zubereitung — mindestens 96 %), Cyanamid bis 0,03 %, Dicyandiamid bis 0,5 %; das Etikett muss den Feuchtegehalt und die Gebrauchsanweisung die Stabilität im Tränkwasser angeben.
- Weil Tiere 2- bis 3-mal mehr Wasser trinken als sie Futter (in Trockenmasse) fressen, darf die GAA-Menge im Wasser nicht höher sein als die mit Futter bei 1200 mg/kg aufgenommene; bei Schweinen darf sie auch nicht niedriger sein als bei 600 mg/kg. Der Zusatzstoff darf nicht gleichzeitig über Futter und Wasser verabreicht werden. Dieselbe Bedingung wurde in die Zulassung für Hühner (Verordnung (EU) 2023/2628) aufgenommen.
- In der im EFSA-Gutachten beschriebenen Verträglichkeitsstudie (640 Puten B.U.T. 6, 42 Tage, Dosen von 1200, 2400 und 6000 mg/kg) wurde der GAA-Gehalt des Futters analytisch bestätigt, im Serum wurden GAA, Kreatin, Kreatinin, Homocystein und saures α1-Glykoprotein bestimmt. Die Konzentrationen von GAA (6,8–71,8 µmol/l), Kreatin und Kreatinin stiegen mit der Dosis; die EFSA sah darin keine Nebenwirkung.
- Die EFSA hielt GAA für Puten bei 1200 mg/kg Futter oder 600 mg/l Wasser für sicher, vorausgesetzt, das Futter enthält genug Methylgruppendonatoren außer Methionin (Cholin, Betain, Folsäure) und Vitamin B12 — die Verordnung verlangt, bei der Verwendung darauf zu achten. Nach Angaben der EFSA ist GAA keine Aminosäure, da es ausschließlich in Kreatin umgewandelt wird.