Europäische Kommission bewertet Bewirtschaftungs- und Hochwasserrisikomanagementpläne von 8 weiteren Mitgliedstaaten — in Irland haben 3,7 % der Oberflächenwasserkörper einen guten chemischen Zustand, der Zustand von 92,5 % bleibt unbekannt
Die Europäische Kommission veröffentlichte am 5. Oktober 2026 neue Berichte zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie, der Hochwasserrichtlinie und der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie für Mitgliedstaaten, die ihre Daten nicht rechtzeitig für die ersten Berichte vom Februar 2025 übermittelt hatten. Die Bewertungen der dritten Bewirtschaftungspläne für die Einzugsgebiete und der zweiten Hochwasserrisikomanagementpläne betreffen Bulgarien, Zypern, Griechenland, Irland, Malta, Portugal, die Slowakei und Slowenien.
- Laut Kommission bestätigen die Berichte die Trends der Bewertung vom Februar 2025: Verschmutzung — insbesondere diffuse Nährstoffeinträge neben chemischer Verschmutzung — bleibt eines der größten Hindernisse für einen guten ökologischen und chemischen Zustand, ebenso die Störung natürlicher Abflüsse und andere hydromorphologische Belastungen. Die Bewertungen zeigten anhaltende Belastungen durch Verschmutzung, unzureichendes Monitoring sowie mangelnden Ehrgeiz und fehlende Finanzierung.
- Beispiel Irland (Arbeitsunterlage SWD(2026) 701 vom 2. Oktober 2026): Der Anteil der Oberflächenwasserkörper in gutem chemischem Zustand sank von 6,9 % im zweiten auf 3,7 % im dritten Plan, der Zustand von 92,5 % ist unbekannt. In Flüssen und Seen werden 23 prioritäre Stoffe überwacht, in Übergangs- und Küstengewässern 36. Einen guten oder sehr guten ökologischen Zustand haben 53,4 % der Wasserkörper (im zweiten Plan 45,5 %).
- Das irische Programm zur Überwachung der Wasserqualität 2022–2027 umfasst 2778 Oberflächenwasserkörper (2429 Flüsse, 224 Seen, 80 Übergangs- und 45 Küstengewässer). Die Kommission weist auf Lücken hin: In Flüssen werden Makrophyten nur an 2 % der Messstellen untersucht, Phytobenthos an 7 % und Fische an 5 %; in Übergangs- und Küstengewässern werden Sichttiefe, Temperatur-, Salzgehalts- und Versauerungsbedingungen nicht überwacht, bei den Nährstoffen nur Phosphor, nicht Stickstoff.
- Die mengenmäßige Überwachung erfasst 9,7 % der irischen Grundwasserkörper (24,3 % ihrer Fläche), gegenüber 8,8 % im vorigen Plan. Die Kommission aktualisierte zudem ihre Bewertung der Maßnahmenprogramme für die Meeresgewässer Bulgariens, Kroatiens, Dänemarks, Griechenlands und Maltas. Für die Slowakei betrifft das neue Dokument das Hochwasserrisikomanagement — die Bewertung ihrer dritten Bewirtschaftungspläne wurde im Februar 2025 veröffentlicht.