Enterococcus faecium ATCC 53519 und ATCC 55593 als Siliermittel (1k20603, 1k20604): Zählung auf Galle-Äsculin-Azid- oder Slanetz-Bartley-Agar (EN 15788) — Wirksamkeit nach vier EFSA-Gutachten anerkannt, als der Trockenmasseverlust mit der Weissbach-Korrektur für flüchtige Bestandteile neu berechnet wurde
Die Durchführungsverordnung (EU) 2025/1465 der Kommission, veröffentlicht am 23. Juli 2025, lässt bis zum 12. August 2035 zwei Zubereitungen aus Enterococcus faecium (ATCC 53519 und ATCC 55593, im Register als SF202-DSM 4788 und SF301-DSM 4789) als Siliermittel für alle Tierarten zu. 2013 hielt die EFSA sie für sicher, jedoch ohne Wirksamkeitsnachweis; in den Gutachten vom 27. September 2022 und 4. Juli 2023 konnte sie diese weiterhin nicht bestätigen — erst das Gutachten vom 15. Oktober 2024 (Antragsteller FEFANA asbl), gestützt auf dieselben Daten mit einer anderen Trockenmassekorrektur, kam zu einem positiven Ergebnis.
- Methoden im Anhang: Identifizierung — PFGE (CEN/TS 17697) oder DNA-Sequenzierung; Zählung im Zusatzstoff — Spatel- oder Gussplattenverfahren auf Galle-Äsculin-Azid-Agar oder Slanetz-Bartley-Agar nach EN 15788. Beide Zubereitungen: mind. 1 × 10¹⁰ KBE/g, feste Form. Mindestdosis, wenn nicht mit anderen Siliermittel-Mikroorganismen kombiniert: 1 × 10⁷ KBE/kg Frischmaterial (ATCC 53519) und 5 × 10⁶ KBE/kg (ATCC 55593); alle Arten frischen Pflanzenmaterials.
- Warum es so lange dauerte (Gutachten 2024): drei In-vitro-Versuche — Mais (leicht silierbar), Luzerne (mäßig schwer) und Feuchtmais (schwer), je vier Wiederholungen, 90 Tage. 2022 war der einzige Effekt ein geringerer Trockenmasseverlust, jedoch ohne Korrektur um flüchtige Gärprodukte. 2023 wurde die Korrektur (Porter und Murray, 2001) auch von der Trockenmasse des Frischmaterials vor der Gärung abgezogen, und die Formel passte nicht zur Art der Silage. 2024 wurde derselbe Datensatz nach Weissbach (2009) neu berechnet, einer für Silagen als Biogassubstrat beschriebenen Methode.
- Ergebnisse nach Weissbach-Korrektur (Kontrolle / ATCC 53519 / ATCC 55593): Trockenmasseverlust bei Mais 6,32 / 0,19 / 1,00 %, bei Luzerne 2,04 / 0,20 / 0,25 %, bei Feuchtmais 7,16 / 6,47 / 6,48 % — alle Unterschiede signifikant. pH unverändert (3,70–3,73 bei Mais, 4,33–4,40 bei Luzerne, 4,45–4,50 bei Feuchtmais); bei Mais sank die Milchsäure von 4,47 auf 3,82 und 3,96 % TM, die Essigsäure von 1,08 auf 0,87 %. Ammoniakstickstoff ohne signifikante Unterschiede.
- Sicherheit (Gutachten 2013, im Rechtsakt zitiert): sicher für alle Arten, Verbraucher und Umwelt; mangels Daten gelten die Zusatzstoffe als haut- und augenreizend, potenziell hautsensibilisierend und — wegen ihrer Proteinnatur — atemwegssensibilisierend; die meisten geprüften Zubereitungen staubten stark. Daher Haut-, Augen- und Atemschutz. Übergangsfrist: vor dem 12. August 2026 nach den bisherigen Vorschriften gekennzeichnete Zusatzstoffe und Futtermittel — bis zum Aufbrauchen der Bestände.