Ketoprofen bei Wiederkäuern, Schweinen und Equiden: Ende des Status „Keine Rückstandshöchstmenge erforderlich“ — 50 µg/kg in Muskel und Niere, 20 µg/kg in Milch; HPLC-UV mit LOQ 50 µg/kg reicht nicht mehr
Die Durchführungsverordnung (EU) 2025/1105 der Kommission, veröffentlicht am 4. Juni 2025, ersetzt in Tabelle 1 des Anhangs der Verordnung (EU) Nr. 37/2010 die Einstufung „Keine Rückstandshöchstmenge erforderlich“ durch zahlenmäßige Rückstandshöchstmengen für Ketoprofen bei allen Wiederkäuern, Schweinen und Equiden. Grundlage ist die Empfehlung der Europäischen Arzneimittel-Agentur vom 7. November 2024 nach einer Überprüfung, die die Kommission im März 2023 angefordert hatte.
- Neue MRL (Markerrückstand — Ketoprofen): Muskel 50 µg/kg, Fett 20 µg/kg (bei Schweinen Haut und Fett in natürlichen Anteilen), Leber 20 µg/kg, Niere 50 µg/kg, Milch 20 µg/kg. Der Eintrag für Geflügel bleibt unverändert: Muskel 10, Haut und Fett 30, Leber 10, Niere 10 µg/kg, nicht bei Tieren, deren Eier für den menschlichen Verzehr bestimmt sind.
- Methoden: Der CVMP stellte fest, dass die bisherige HPLC-UV-Methode für Rindergewebe und Pferdemuskel (LOD 25 µg/kg, LOQ 50 µg/kg) für die neuen MRL nicht empfindlich genug ist. Das EU-Referenzlabor für Tierarzneimittelrückstände verfügt über UHPLC-MS/MS-Methoden für saure NSAR: Ketoprofen in Rinder- und Pferdemuskel im Bereich 0,5–10 µg/kg, in Kuhmilch 5–60 µg/kg, robust unter anderem gegenüber Wechsel von Bediener, Lagerzeit, SPE-Kartuschencharge und Säulencharge.
- Warum: Die berechnete Verbraucherexposition überschritt den ADI (5 µg/kg KG pro Tag, 0,3 mg pro Person) 4–12 h nach der Behandlung bei Rindern und 3–12 h bei Schweinen, unter Einbeziehung der Injektionsstelle noch nach 24–48 h. Eine Wartezeit von 4 Tagen reicht aus, doch nach dem CVMP darf der MRL-Status nicht von Wartezeiten abhängen, und ohne MRL fehlt die Rechtsgrundlage für Kontrolle und Verfolgung illegaler Anwendung. Mit den neuen MRL liegt die theoretische Aufnahme unter 55 % des ADI.
- Stoffwechsel: Nach intramuskulärer Gabe von 3 mg/kg KG an Kälber machte Ketoprofen 56 % der Rückstände in Muskel und Niere, 35 % im Fett und 2 % in der Leber aus; in einer Studie mit ¹⁴C-Ketoprofen entfielen 90–93 % der Radioaktivität im Harn auf den Metaboliten RP 69400. Die MRL von Rindern und Schweinen wurden nach der Verordnung (EU) 2017/880 auf alle Wiederkäuer und Equiden ausgedehnt.