JRC: über 180 000 verpackte Produkte aus 21 Ländern im Werkzeug FABLE — große Unterschiede beim Nährstoffgehalt, und Frühstückscerealien in den meisten Ländern mit weniger Zucker als in früheren Daten, aber mehr Fett
In einer Mitteilung vom 7. Oktober 2026 hat die Gemeinsame Forschungsstelle der Europäischen Kommission (JRC) den ersten umfassenden Überblick über die Nährwertqualität verpackter Lebensmittel in 21 europäischen Ländern vorgestellt; der Bericht wurde am 6. Oktober veröffentlicht. Die Forschenden analysierten über 180 000 Produkte in fünf Kategorien — Frühstückscerealien, Brot und Backwaren, frische Milchprodukte und Desserts, Wurstwaren und ähnliche Erzeugnisse sowie Erfrischungsgetränke — anhand von Etikettendaten aus dem Werkzeug FABLE.
- Der Food and Beverages Label Explorer (FABLE) ist ein Online-Werkzeug der JRC mit Produktdaten von Etiketten von Lebensmitteln und Getränken — darunter Nährstoffzusammensetzung und deren Trends sowie Zutaten — aus EU-geförderten Projekten (laut Bericht: EUREMO sowie die Gemeinsamen Aktionen Best-ReMaP und JANPA). Laut JRC gab es bisher keinen systematischen, frei zugänglichen Überblick über die Nährstoffzusammensetzung verpackter Lebensmittel.
- Der Nährstoffgehalt unterscheidet sich stark zwischen Ländern, innerhalb der Länder und zwischen Produkten derselben Kategorie: Gesamtzucker in Frühstückscerealien von 1 bis 28 g je 100 g, gesättigte Fettsäuren in Wurstwaren und ähnlichen Erzeugnissen von unter 1 bis 14 g je 100 g. In Frühstückscerealien ist der Gesamtzucker in den meisten Ländern gegenüber früheren Datenerhebungen deutlich gesunken, der Gehalt an Gesamtfett und gesättigten Fettsäuren aber gestiegen — die Verbesserung eines Nährstoffs wird teils durch die Verschlechterung eines anderen aufgehoben.
- Die Durchschnittsgehalte wurden mit den Empfehlungen von WHO und EFSA zur täglichen Zufuhr sowie mit Verzehrsdaten verglichen: Ein Schinkenbrot mit 2–3 Scheiben Schinken und ein Salat mit 2 Scheiben Speck an einem Tag liefern allein über die Wurstware bereits 40 % der maximalen täglichen Salzzufuhr, und nach einer Schätzung des Gehalts an freiem Zucker im Datensatz überschreiten eine Dose Cola (330 ml) und 40 g ballaststoffreiche Früchte-Cerealien die maximale tägliche Zufuhr an freiem Zucker um mehr als das Doppelte.
- Schlussfolgerungen der JRC: Reformulierung sollte auf die Unterkategorien mit dem größten möglichen Effekt zielen, mit einem ganzheitlichen Ansatz zur Nährwertqualität statt Strategien für einzelne Nährstoffe. Der Bericht (EUR 40848) nennt Instrumente der EU-Politik: Anreize für gezielte Reformulierung, aktualisierte Referenzwerte für Nährstoffe und ein ausgeweitetes Monitoring auf Basis von FABLE.