JRC: zertifiziertes Referenzmaterial ERM-BD300 — gekochter Reis mit Cereulid 11,3 ± 0,8 µg/kg zur Prüfung von LC-MS/MS-Methoden nach ISO 18465
Die Gemeinsame Forschungsstelle der Europäischen Kommission (JRC) stellte am 18. Februar 2026 das zertifizierte Referenzmaterial ERM-BD300 zur Bestimmung von Cereulid — einem Toxin von Bacillus cereus — in stärkereichen Lebensmitteln vor. Lebensmittelkontrolllabore können damit ihre Methoden überprüfen und validieren.
- Matrix ist weißer Langkornreis: gekocht, kryogen vermahlen, in eine wässrige Suspension überführt, gefriergetrocknet, erneut vermahlen und gemischt. Ein Fläschchen enthält mindestens 6,0 g Pulver (entspricht 18,5 g gekochtem Reis). Der Gehalt wurde nach Literaturdaten unterhalb der Symptomschwelle bei Erwachsenen und oberhalb der Bestimmungsgrenze der Methoden gewählt.
- Der zertifizierte Cereulid-Wert beträgt 11,3 µg/kg mit einer erweiterten Unsicherheit von 0,8 µg/kg (k = 2), ermittelt nach Extraktion mit organischem Lösungsmittel und LC-MS/MS-Messung auf Basis von ISO 18465:2017 und rückgeführt auf das SI. Gemessen haben 10 Labore im Rahmen ihrer Akkreditierung nach ISO/IEC 17025, u. a. AGES, ANSES, BfR, Sciensano und die finnische Lebensmittelbehörde.
- Vor der Analyse wird 1 Massenteil Pulver mit 2,09 Teilen Wasser gemischt (z. B. 0,809 g Pulver und 1,691 g Wasser für die Einwaage von 2,5 g nach ISO 18465); die Mindesteinwaage beträgt 1 g rekonstituiertes Material. Gelagert wird bei −20 °C; nach dem Öffnen bleibt der Wert sechs Tage gültig, wenn die entnommene Portion bei 4 °C aufbewahrt wird. Die JRC stellt das Material im Rahmen einer Akkreditierung nach ISO 17034 her.
- Cereulid ist äußerst hitzebeständig. Laut One-Health-Bericht 2023 verursachten Toxine von Bacillus cereus in acht EU-Staaten und Norwegen mehrere hundert Ausbrüche mit 101 Krankenhausaufenthalten und vier Todesfällen. Die JRC bietet rund 650 nicht nukleare Referenzmaterialien an und verteilt jährlich etwa 20.000 Einheiten.
Quelle: JRC — New control material to improve protection of consumers from food poisoning (18.02.2026)