JRC stellt sieben fast aufgebrauchte BCR-Referenzmaterialien digital bereit — IR-Spektren auf der Plattform ChemisTwin
Die Gemeinsame Forschungsstelle der Europäischen Kommission (JRC) gab am 30. Juni 2026 bekannt, dass sieben ihrer zertifizierten Referenzmaterialien (CRM), deren physische Bestände fast aufgebraucht sind, als digitale CRM auf der von Merck KGaA entwickelten Plattform ChemisTwin verfügbar sind. Labore vergleichen damit die Signale ihrer Proben und behalten die metrologische Rückführbarkeit auf eine bestimmte CRM-Probe.
- Das Prinzip: Ein Labor braucht eigentlich das Gerätesignal des CRM, um es mit dem Signal der unbekannten Probe zu vergleichen. Üblicherweise erhält es dieses Signal, indem es das CRM im eigenen Gerät misst; ein digitales CRM liefert das Signal einer bestimmten Probe des Materials, verknüpft mit dem CRM-Zertifikat.
- Auf der Plattform liegen IR-Spektren von Benzo[b]chrysen (BCR-046), Benzo[b]fluoranthen (BCR-047), Benzo[i]fluoranthen (BCR-049), Dibenz[a,i]acridin (BCR-154), Fluoranthen (BCR-160R), Picen (BCR-168) und 2,2′,3,4,4′,5,5′-Heptachlorbiphenyl (BCR-298). Bewährt sich das, will die JRC weitere Materialien hinzufügen.
- Die JRC nennt als Vorteile: Strukturbestätigung und Quantifizierung „mit wenigen Klicks“, weniger Zeit für Literaturrecherche und Einwaagen, keine Probleme mit Beständen verderblicher Materialien und mit dem Import potenziell toxischer Stoffe sowie weniger Transporte. Statt eigene Software zu entwickeln, nutzt die JRC eine bestehende Plattform.
- Merck beschreibt ChemisTwin als Plattform digitaler Referenzmaterialien (dRM) — umfassend charakterisierter, digitalisierter Spektraldaten aus zertifizierten physischen Referenzmaterialien — zur automatisierten Auswertung von NMR- und FTIR-Spektren; jedes dRM ist auf sein physisches CRM rückführbar.
Quelle: JRC, katalog CRM — Eternal Accuracy: JRC’s Certified Reference Materials Go Digital (30.06.2026)