Rhizomucor-pusillus-Myzel als neuartiges Lebensmittel: 44–68 g Protein je 100 g und neun Mykotoxin-Grenzwerte in der Spezifikation — von Aflatoxinen < 0,1 µg/kg bis Deoxynivalenol und Nivalenol < 150 µg/kg
Die Durchführungsverordnung (EU) 2026/1507 der Kommission, veröffentlicht am 6. Juli 2026, lässt ab dem 26. Juli 2026 ein Pulver aus pasteurisierter, getrockneter und gemahlener Biomasse des Fadenpilzes Rhizomucor pusillus (Stamm CBS 143028) von The Protein Brewery B.V. zu — unter anderem in Getreideerzeugnissen, Riegeln, Milchersatzprodukten, Getränken und Nahrungsergänzungsmitteln. Die Kommission ersetzte die Bezeichnung „Pilzbiomasse“ durch „Myzel“, da Erstere Verbraucher über die Zusammensetzung irreführen könnte.
- Spezifikation für die Kontrolle: Feuchtigkeit 4–7 g/100 g, Rohprotein (N × 6,25) 44–68 g/100 g, Gesamtfett 4–8 g/100 g, Ballaststoffe gesamt 25–39 g/100 g, verfügbare Kohlenhydrate ≤ 3 g/100 g, Asche ≤ 6 g/100 g; Arsen, Cadmium, Blei und Quecksilber je ≤ 0,1 mg/kg.
- Mykotoxine: Aflatoxine (B1, B2, G1, G2) < 0,1 µg/kg, Ochratoxin A < 1,0 µg/kg, T-2- und HT-2-Toxin je < 7,5 µg/kg, Zearalenon und Diacetoxyscirpenol je < 20 µg/kg, Fumonisine (B1, B2) < 100 µg/kg, Deoxynivalenol und Nivalenol je < 150 µg/kg. Mikrobiologie: aerobe Mikroorganismen ≤ 10³ KbE/g, B. cereus ≤ 100 KbE/g, koagulasepositive Staphylokokken ≤ 50 KbE/g, Enterobacteriaceae und E. coli je ≤ 10 KbE/g, Clostridium perfringens < 10 KbE/g, Hefen und Schimmelpilze < 100 KbE/g, Listeria monocytogenes und Salmonella in 25 g nicht nachweisbar.
- EFSA (Gutachten des NDA-Gremiums vom 29. September 2025): Die 90-Tage-Studie zeigte bis zur höchsten Dosis von 19 668 mg/kg KG pro Tag keine toxikologisch relevanten Wirkungen; bei den höchsten geschätzten Aufnahmen von 539–1013 mg/kg KG pro Tag beträgt der Expositionsabstand 37 für Säuglinge, 19 für Kleinkinder, 26 für andere Kinder, 34 für Jugendliche und 31 für Erwachsene — vom Gremium als ausreichend angesehen. Die Wahrscheinlichkeit allergischer Reaktionen wurde als gering eingestuft.
- Höchstmengen: unter anderem 30 g/100 g in Frühstückscerealien, 35 g/100 g in Getreideriegeln, 20 g/100 g in Milchersatzprodukten (außer Getränken), 10 g/100 g in alkoholfreien Getränken und Keksen; in Mahlzeitersatzgetränken für eine gewichtskontrollierende Ernährung höchstens 40 g täglich in zwei Mahlzeiten, in Nahrungsergänzungsmitteln 6 g täglich mit Warnhinweis für Personen unter 18 Jahren sowie Schwangere und Stillende. Die Daten des Antragstellers sind bis zum 26. Juli 2031 geschützt.