Enterococcus lactis NCIMB 10415 (früher E. faecium) als Silierzusatzstoff: Ausplattieren auf Galle-Äskulin-Azid-Agar nach EN 15788, PFGE nach CEN/TS 17697, 1 × 10⁸ KbE/kg Frischmaterial
Die Durchführungsverordnung (EU) 2026/1037 der Kommission, veröffentlicht am 8. Mai 2026, lässt bis zum 28. Mai 2036 eine Zubereitung aus Enterococcus lactis NCIMB 10415 (mindestens 1 × 10¹⁰ KbE/g) als Silierzusatzstoff für alle Tierarten und alle Arten von Pflanzenmaterial zu, in einer Dosis von mindestens 1 × 10⁸ KbE/kg Frischmaterial. Der Stamm war bereits als Zusatzstoff 1k20601 unter dem Namen Enterococcus faecium zugelassen.
- Methoden: Identifizierung — Pulsfeld-Gelelektrophorese PFGE (CEN/TS 17697) oder DNA-Sequenzierung; Zählung im Zusatzstoff — Spatelverfahren (oder Gussplatten) auf Galle-Äskulin-Azid-Agar (EN 15788).
- EFSA-Daten: in 5 Chargen 4,5–6,6 × 10¹⁰ KbE/g; in 3 Chargen Arsen < 0,0067, Quecksilber < 0,0017 und Blei < 0,0050 mg/kg; die mikrobiologischen Prüfungen umfassten auch Pseudomonas aeruginosa (in 1 g) und Staphylococcus aureus (in 0,1 g) — nicht nachgewiesen; Staubungspotenzial 1,25–17,50 mg/m³; Verluste < 0,5 log nach 24 Monaten bei 2–8 °C, Variationskoeffizient im Wasser 7–13 %. Der Antragsteller gibt an, dass während der vorherigen Zulassung (2014–2024) keine unerwünschten Wirkungen auftraten.
- Wirksamkeit: 3 Versuche in 2,9-l-Minisilos (10 Wiederholungen, mindestens 90 Tage, 23 ± 2 °C) mit Gasventilen und Sickersaftableitung — feuchte Maiskolben (TM 63,5 %, leicht silierbar), Ganzpflanzenmais (33,7 %, mittelschwer) und Luzerne (37,4 %, schwer). Im Ganzpflanzenmais sanken die TM-Verluste von 4,07 auf 2,10 % und die Milchsäure stieg von 6,91 auf 8,63 % der TM; bei den Kolben war der Unterschied der TM-Verluste (4,09 gegenüber 3,09 %) nicht signifikant.
- Anwender: Die Zubereitung reizt die Augen und ist haut- und atemwegssensibilisierend, jede Exposition ist ein Risiko. Der Rechtsakt verlangt Haut-, Augen- und Atemschutz, wenn Verfahren und organisatorische Maßnahmen die Risiken nicht beseitigen.