EFSA nach Rückrufen von Säuglingsnahrung: akute Referenzdosis für Cereulid 0,014 µg/kg KG — Risiko oberhalb von 0,054 µg/L in Säuglingsanfangsnahrung
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) veröffentlichte am 2. Februar 2026 eine Schnellbewertung zu Cereulid — einem Toxin von Bacillus cereus, das in Säuglingsnahrung mehrerer Hersteller nachgewiesen wurde und Rückrufe in vielen Ländern auslöste. Die Werte sollen Risikomanagern bei der Entscheidung helfen, wann ein Produkt vom Markt zu nehmen ist.
- Die Bewertung wurde auf Ersuchen der Europäischen Kommission im Eilverfahren erstellt. Als kritische akute Wirkung galt Erbrechen; für die Benchmark-Dosis-Modellierung wurde eine Studie an adulten Spitzmäusen (im Abstract: „Asian house shrews“) als am besten geeignet angesehen, aus der ein BMDL10 von 4,2 µg/kg Körpergewicht (10 % erhöhtes Erbrechensrisiko) abgeleitet wurde.
- Die akute Referenzdosis (ARfD) von 0,014 µg/kg KG ergab sich mit dem Standard-Unsicherheitsfaktor 100 und einem zusätzlichen Faktor 3, weil Säuglinge unter 16 Wochen Fremdstoffe langsamer verstoffwechseln und ausscheiden.
- Für die Kurzzeitexposition bestätigte die EFSA einen hohen Verzehrswert von 260 mL/kg KG für Säuglingsanfangsnahrung; für Folgenahrung legte sie 140 mL/kg KG (95. Perzentil) zugrunde.
- Aus dem Vergleich folgt, dass Cereulid-Gehalte über 0,054 µg/L in rekonstituierter Säuglingsanfangsnahrung und über 0,1 µg/L in Folgenahrung zu einer Überschreitung der ARfD führen können. Laut EFSA sollen diese Werte den Risikomanagern in der EU helfen festzulegen, wann Produkte vorsorglich vom Markt zu nehmen sind.
Quelle: EFSA — EFSA provides rapid risk assessment on cereulide in infant formula (2.02.2026)