Drei Bacillus-Stämme (velezensis, pumilus, licheniformis NRRL B-67647–67649) als Darmflorastabilisator für Mastgeflügel (4b1898): Zählung auf TSA nach EN 15784, PFGE — im Kontrollfutter native Bacillen bis 9,8 × 10⁷ KBE/kg bei einer Dosis von 3 × 10⁷, einige Chargen unter der Spezifikation
Die Durchführungsverordnung (EU) 2025/2500 der Kommission, veröffentlicht am 12. Dezember 2025, lässt bis zum 1. Januar 2036 eine Zubereitung aus Bacillus velezensis NRRL B-67647, B. pumilus NRRL B-67648 und B. licheniformis NRRL B-67649 (1:1:1, Microsaf, Zulassungsinhaber: S.I.Lesaffre) für Mastgeflügel und Ziervögel zu, mit mind. 3 × 10⁷ KBE/kg Futter. Die EFSA (Gutachten vom 6. Mai 2025) identifizierte die Stämme per ANI aus den Genomsequenzen und fand weder erworbene Resistenzgene noch Toxizität gegenüber Vero-Zellen; der Zusatzstoff reizt weder Haut noch Augen, sofern Calciumcarbonat der einzige Träger ist, wirkt aber haut- und atemwegssensibilisierend — auch wegen des Nickels.
- Methoden im Anhang: Identifizierung — DNA-Sequenzierung oder PFGE (CEN/TS 17697); Zählung im Zusatzstoff, in Vormischungen und Mischfuttermitteln — Spatelverfahren auf Trypton-Soja-Agar (EN 15784). Der Anhang verlangt mind. 2 × 10⁸ KBE/g, obwohl es zwei Formen gibt: verdünnt GT 3B (2 × 10⁸) und konzentriert GT 3B-C (5 × 10⁹ KBE/g). Fünf Chargen: GT 3B im Mittel 1,9 × 10⁸ KBE/g (1,4–2,2 × 10⁸), GT 3B-C 1,2 × 10¹⁰ (4,0 × 10⁹–3,4 × 10¹⁰); die EFSA vermerkt, dass drei Chargen GT 3B und vier GT 3B-C eine Gesamtkeimzahl unter der Spezifikation hatten, ebenso die Chargen aus den Stabilitätsstudien.
- Verunreinigungen (je drei Chargen jeder Form): Blei 4,4–5,2 und 3,7–5,5 mg/kg, Nickel 0,2–0,3 mg/kg, Cadmium < 0,4, Arsen < 0,2, Quecksilber < 0,02 mg/kg; PCDD/F + PCB bis 0,247 ng WHO-TEQ/kg; Mykotoxine unter der LOQ; Salmonellen in 25 g nicht nachweisbar, Enterobacteriaceae, E. coli, C. perfringens, sulfitreduzierende Anaerobier, Hefen und Schimmelpilze sowie B. cereus < 10 KBE/g. Staubentwicklungspotenzial nach Stauber-Heubach 3002–4080 und 4940–6070 mg/m³. Keine Verluste (< 0,5 log) nach Pelletierung bei 95 °C und 24 Monaten bei 4–25 °C; in einer Vormischung bei 40 °C nach 6 Monaten Verlust > 1 log; Homogenität VK 2 %.
- Wirksamkeit: drei 42-tägige Versuche an Masthühnern mit 3 × 10⁷ KBE/kg — höheres Endgewicht (2618 gegenüber 2346 g, 2988 gegenüber 2950 g, 2860 gegenüber 2755 g), in zwei eine bessere Futterverwertung (1,91 gegenüber 1,95 und 1,99 gegenüber 2,07). Im Kontrollfutter wurden native Bacillen gemessen: 4 × 10⁶–9 × 10⁶, < 5 × 10⁶–1,1 × 10⁷ und 2,5 × 10⁶–9,8 × 10⁷ KBE/kg; die Anwesenheit der Zusatzstoffstämme in den Kontrollgruppen wurde per WGS-Analyse ausgeschlossen. Im supplementierten Futter gemessen: 1,9 × 10⁷ bis 1,6 × 10⁸ KBE/kg.
- Verträglichkeit mit Kokzidiostatika: In vitro lagen die MHK von Monensin, Narasin, Salinomycin, Maduramicin, Lasalocid, Robenidin und Narasin/Nicarbazin unter dem Vierfachen der Dosis, daher war eine In-vivo-Studie nötig (Zählung in Ileum und Caecum mit und ohne Wärmebehandlung, Kriterium Differenz ≤ 1 log). Lasalocid senkte die vegetativen Zellen von B. velezensis im Ileum, Halofuginon die von B. pumilus im Caecum um mehr als 1 log, dennoch nahm die EFSA Verträglichkeit mit allen an. Der Rechtsakt nennt Diclazuril, Narasin, Maduramicin-Ammonium, Salinomycin-Natrium, Monensin-Natrium, Robenidinhydrochlorid, Narasin/Nicarbazin, Lasalocid und Halofuginon; Decoquinat, das die EFSA im Text mangels antibakterieller Wirkung für verträglich hielt, steht weder in den Schlussfolgerungen des Gutachtens noch im Rechtsakt.