Bacillus paralicheniformis DSM 33902 und Bacillus subtilis DSM 33903 für Milchwiederkäuer (4b1896) bis 1. Januar 2036: Zählung auf Trypton-Soja-Agar nach EN 15784, 3,8 × 10⁸ KbE/kg Futter oder 7,4 × 10⁷ KbE/l Wasser und 9,6 × 10⁹ KbE/Tier/Tag; Erythromycin-MHK > 16 mg/l ohne erworbene Gene
Die Durchführungsverordnung (EU) 2025/2511 der Kommission, veröffentlicht am 12. Dezember 2025, lässt bis zum 1. Januar 2036 eine Zubereitung aus Sporen zweier Bacillus-Stämme (Zulassungsinhaber: Chr. Hansen A/S, Produkt Bovacillus™) als Darmflorastabilisator für Wiederkäuer zur Milcherzeugung oder Fortpflanzung zu, auch im Tränkwasser. Die EFSA hielt sie in ihrem Gutachten vom 9. April 2025 für sicher und bei Milchkühen potenziell wirksam; sie reizt weder Haut noch Augen, ist aber haut- und atemwegssensibilisierend. Für Wasser schlug die EFSA eine Dosis pro Tier vor, weil sich bei Wiederkäuern kein festes Futter-Wasser-Verhältnis festlegen lässt — der Rechtsakt nennt sowohl eine Konzentration im Wasser als auch eine Tagesdosis.
- Methoden im Anhang: Zählung im Zusatzstoff, Mischfuttermittel und Tränkwasser — Spatelverfahren auf Trypton-Soja-Agar (EN 15784); Identifizierung — DNA-Sequenzierung oder PFGE (CEN/TS 17697). Zusatzstoff: mindestens 3,2 × 10¹⁰ KbE/g Bacillus spp. im Verhältnis 1:1; mindestens 3,8 × 10⁸ KbE/kg Alleinfuttermittel oder 7,4 × 10⁷ KbE/l Wasser, im Wasser eine Dosis von mindestens 9,6 × 10⁹ KbE/Tier/Tag. Angaben zur Stabilität bei Wärmebehandlung und im Wasser sind vorgeschrieben; Atem- und Hautschutz.
- Stämme: B. paralicheniformis aus Boden (ANI 98,6 % zum Typstamm KJ-16T; Sporen pasteurisiert), B. subtilis aus Sojamaische (ANI 97,7 % zu B. subtilis 168T). MHK für B. paralicheniformis: Chloramphenicol und Clindamycin eine Verdünnungsstufe über dem Grenzwert, Erythromycin > 16 gegenüber 4 mg/l; die Analyse der Treffer in ResFinder und NCBI (vier und zwei) ergab keine erworbenen Resistenzgene. Zytotoxizitätstest an Vero-Zellen — keine Lyse; der Überstand von B. paralicheniformis hemmte die Referenzstämme nicht, was Bacitracin in bedenklichen Mengen ausschließt.
- Zwei Formen: Bovacillus™ 10 (Träger Calciumcarbonat, für Futter) — im Mittel 4,6 × 10¹⁰ KbE/g, Arsen 0,48, Blei 0,77, Cadmium 0,13 mg/kg, Staubentwicklungspotenzial 1886 mg/m³ (943–2480); Bovacillus™ WS (Maltodextrin, für Wasser) — 4,3 × 10¹⁰ KbE/g, Staubentwicklungspotenzial 1149 mg/m³. Pelletierung bei 75, 85 und 95 °C für 30 s — Verluste < 0,5 log; Homogenitäts-VK in bei 85 °C pelletiertem Futter — 15 %; im Wasser bei 25 °C über 48 h keine Verluste. Reizung: OECD TG 404 und TG 438 für Form 10, für WS eine Schlussfolgerung per Analogie.
- Wirksamkeit: drei Versuche an Kühen (Holstein-Friesian und Kreuzungen mit Schwedischem Rotvieh, 12–15 Wochen, 68–76 Kühe) — in Versuch 1 bessere ECM-Effizienz (1,72 gegenüber 1,67), in Versuch 2 höhere Milchleistung (41,3 gegenüber 40,1 kg/d) und Futtereffizienz (1,52 gegenüber 1,48), in Versuch 3 Futtereffizienz 1,59 gegenüber 1,54; kein Einfluss auf die Milchzusammensetzung. Als signifikant galt p < 0,10, und die berechneten Futterkonzentrationen lagen bei 3,08–3,41 × 10⁸ KbE/kg gegenüber geplanten 3,8 × 10⁸.