Pyrrolizidinalkaloide in Futtermitteln: Empfehlung (EU) 2026/1210 — 27 Alkaloide und 14 koeluierende mit LC-MS/MS bei einer Bestimmungsgrenze von 10 μg/kg, Daten an die EFSA bis 30. Juni 2028
Die Empfehlung (EU) 2026/1210 der Kommission vom 9. Juni 2026, veröffentlicht am 10. Juni, empfiehlt den Mitgliedstaaten, unter aktiver Beteiligung der Futtermittelunternehmer Pyrrolizidinalkaloide in Futtermitteln zu überwachen. Sie soll Daten vor etwaigen Risikomanagementmaßnahmen liefern — die EFSA-Datenbank enthält für Futtermittel nur wenige Ergebnisse.
- Schätzungsweise 6000 Pflanzenarten können Pyrrolizidinalkaloide enthalten; Tiere sind über Futtermittel exponiert, die mit Pflanzen der Senecioneae und Boraginaceae verunreinigt sind. Luzerne-Grünfutter ist mitunter erheblich belastet, daher können Pferde und Kaninchen stärker exponiert sein; auch Kräuter, Kräutermischungen und Pflanzenextrakte in Futtermitteln kommen als Quelle infrage.
- Empfohlen werden 27 Alkaloide — u. a. Intermedin/Lycopsamin, Senecionin/Senecivernin, Seneciphyllin, Retrorsin, Echimidin, Lasiocarpin, Europin, Heliotrin, Jacobin, Jaconin, Erucifolin und ihre N-Oxide sowie Senkirkin — und 14 weitere, die bei manchen gängigen Methoden mit ihnen koeluieren: Indicin, Echinatin, Rinderin, Integerrimin, Heliosupin, Spartioidin, Usaramin und ihre N-Oxide.
- Empfohlene Methode ist LC-MS/MS (andere, sofern sie für einzelne Alkaloide zuverlässige Ergebnisse liefern), mit einer Bestimmungsgrenze von 10 μg/kg je Alkaloid. Das EU-Referenzlabor veröffentlichte 2020 eine Methode für Futtermittel, CEN 2023 die Norm EN 17683; laut dem spanischen Zentrum AINIA stammt die Methode von 2020 von Wageningen Food Safety Research. Probenahme nach der Verordnung (EG) Nr. 152/2009.
- Überwacht werden sollen Grassilage, Heu, getrocknetes Raufutter wie Luzerne und Esparsette, Kräuter, Kräutermischungen und Pflanzenextrakte sowie Mischfuttermittel damit. Die Ergebnisse gehen im SSD2-Format bis zum 30. Juni 2028 an die EFSA; bei Silage, Heu und Raufutter ist das Mähdatum anzugeben, da der Alkaloidgehalt davon abhängt.