Blendung verlässlich messen: ein Leuchtdichtenormal aus dem 3D-Drucker zur Prüfung von HDR-Kameras
Die PTB berichtete am 31. August 2026 über das abgeschlossene europäische Projekt HiDyn (EPM 21NRM01), in dem ein Leuchtdichtenormal mit hohen Kontrasten zur Prüfung von HDR-Kameras für die Bewertung von Blendung und Störlicht entstand. Laut PTB lieferten kommerzielle Messgeräte, auch die besten, keine vergleichbaren Ergebnisse, und die metrologische Rückführung war unvollständig.
- Das Normal besteht aus sieben unabhängigen Modulen, die sechs Größenordnungen der Leuchtdichte abdecken — von 0,1 bis 100 000 cd/m² —, dazu kommt eine Lichtfalle zur Bewertung des Hintergrundsignals; der Projektbericht beschreibt die Bestimmung der Leuchtdichte mit einer erweiterten Messunsicherheit von höchstens 1 % für die hellste und 2 % für die dunkelste Quelle.
- Die meisten Teile entstehen im 3D-Druck, die Konstruktionsdaten sind frei zugänglich; entwickelt hat das Normal das tschechische Metrologieinstitut CMI mit dem spanischen CSIC, das Schweizer METAS hat die Module nach der Anleitung nachgebaut.
- Am Normal wurden kommerzielle HDR-Leuchtdichtemesskameras charakterisiert — zuerst an der 42 Meter langen Photometerbank der PTB in Braunschweig, dann bei nächtlichen Messkampagnen am LED-Laufsteg in Berlin, an einer beleuchteten Hausfassade in der Schweiz und in einem Athener Stadion mit Flutlicht. Solche Kameras kosten laut PTB bis zu 100 000 Euro.
- Zur Zielgruppe zählt die PTB die Landesämter für Immissionsschutz, Gutachterinnen und Gutachter sowie Messgerätehersteller; die Ergebnisse sollen bei Streitfällen um Blendung und zu helle Beleuchtung helfen und die Lichtverschmutzung verringern.
Quelle: PTB — Nachts auf dem LED-Laufsteg (31.08.2026, projekt HiDyn)