CVUA Stuttgart: Rückstandshöchstgehalte in 4 von 17 Proben getrockneter Kichererbsen überschritten (2,4-D, Phosphonsäure, Phosphorwasserstoff), Kichererbsen aus der Dose mit durchschnittlich 0,02 mg/kg Rückständen gegenüber 0,37 mg/kg bei getrockneter Ware
Das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart (CVUA Stuttgart) veröffentlichte am 6. Oktober 2026 die Ergebnisse von 21 Kichererbsenproben, die von 2025 bis Juli 2026 auf Pflanzenschutzmittelrückstände und Kontaminanten untersucht wurden: 17 Proben getrockneter und 4 Proben verzehrfertiger Kichererbsen aus der Dose (untersucht wurde jeweils der gesamte Doseninhalt).
- Der mittlere Rückstandsgehalt (ohne Phosphonsäure und Bromid) lag bei getrockneten Kichererbsen bei 0,37 mg/kg und bei Dosenware bei 0,02 mg/kg, mit durchschnittlich 1,8 bzw. 1,5 nachgewiesenen Stoffen je Probe. Phosphonsäure und Bromid lässt das CVUA beim Mittelwert außen vor, weil sie häufig in hohen Gehalten auftreten und nicht nur aus Pflanzenschutzmitteln stammen können (Bromid auch aus dem Boden); die Einhaltung ihrer Höchstgehalte wird aber wie bei allen anderen Stoffen geprüft.
- Gesicherte Überschreitungen gab es bei 4 von 14 konventionellen Trockenproben: eine kanadische Probe mit 2,4-D 0,12 mg/kg (Höchstgehalt für Kichererbsen ohne Hülsen 0,05 mg/kg); eine weitere kanadische mit Phosphonsäure 13,2 mg/kg (Höchstgehalt 1,5 mg/kg) sowie einer nicht gesicherten Überschreitung bei Paraquat; eine rumänische mit Phosphorwasserstoff 0,15 mg/kg (Höchstgehalt 0,01 mg/kg) sowie einer nicht gesicherten Überschreitung bei Sulfoxaflor; eine Probe unbekannter Herkunft mit Phosphorwasserstoff 0,029 mg/kg. In den übrigen Trockenproben lag Phosphorwasserstoff bei 0,002–0,007 mg/kg.
- Alle 4 Dosenproben entsprachen den Vorgaben. In den 3 konventionellen wurde das Herbizid 2,4-D nachgewiesen (Mittelwert 0,007 mg/kg bei einem Höchstgehalt von 0,05 mg/kg), in 2 davon zusätzlich Phosphonsäure; in der einzigen Bio-Probe nur Melamin mit 0,04 mg/kg bei einem Höchstgehalt von 2,5 mg/kg (Verordnung (EU) 2023/915). Die niedrigeren Rückstände in Dosenware erklärt das CVUA vermutlich durch Einweichen, Kochen und Konservieren sowie die Verdünnung durch den höheren Wassergehalt.
- Drei Trockenproben wiesen keine Rückstände oberhalb der Bestimmungsgrenze auf. In zwei Bio-Proben wurde Phosphonsäure gefunden (0,390 und 0,250 mg/kg) — unter dem Höchstgehalt, da Phosphonsäure im ökologischen Landbau aber nicht eingesetzt werden darf, wurde für beide ein Gutachten zur Klärung der Ursache erstellt. Herkunft der Trockenproben: 7 aus der Türkei, 2 aus Kanada, je 1 aus Italien, Rumänien und Usbekistan, 5 ohne Herkunftsangabe. Laut CVUA waren alle Proben gesundheitlich unbedenklich.
Quelle: CVUA Stuttgart — Pestizidrückstände trüben die Kichererbsen-Bilanz (6.10.2026)