Asbest in Spielsand: BfR fasst europäische Untersuchungen zusammen — Asbest in 40 von 106 Produkten in den Niederlanden
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat am 24. September 2026 seine Mitteilung zu Asbest in Spiel- und Bastelsand aktualisiert. Sie fasst Untersuchungsergebnisse aus mehreren Ländern zusammen und schließt sich den niederländischen und belgischen Risikobewertungen an: Unter Worst-Case-Annahmen — ein Kind spielt über Jahre regelmäßig mit demselben hochbelasteten, frei rieselfähigen Sand — kann ein gesundheitliches Risiko bestehen.
- In den Niederlanden hat die NVWA 106 Produkte untersucht: Asbest wurde in 26 von 45 frei rieselfähigen Deko-Sanden, 2 von 15 teilweise zusammenhaltenden Knetsanden, 5 von 16 Sandkastensanden und 7 von 10 Sandfüllungen von Spielzeug gefunden, in keiner der 20 vollständig zusammenhaltenden Knetsande; sechs Produkte enthielten mehr als 0,1 %.
- Weitere Kampagnen: In Belgien wurde Asbest in 6 von 20 Proben nachgewiesen, in Finnland in 1 von 12 Spielzeugen, bei Stiftung Warentest in 10 von 22 Produkten; Niedersachsen beanstandete 7 von 35 Proben, in 38 amtlichen Proben aus Nordrhein-Westfalen wurde kein Asbest gefunden.
- Laut BfR ist die Identifizierung der Fasern mit standardisierten, akkreditierten Methoden belastbar, die Quantifizierung des Gehalts jedoch mit großen Unsicherheiten behaftet — Asbest ist oft ungleichmäßig verteilt und die Befunde liegen häufig nahe der Nachweisgrenze; die niederländischen Gehalte wurden nach VDI 3866 Blatt 5 Anhang B bestimmt.
- Die BAuA hat im Labor die Verstaubung von drei gering, mittel und hoch belasteten Proben gemessen: Aus allen wurden Fasern freigesetzt, die Freisetzungsraten unterschieden sich um mehr als zwei Größenordnungen; für die Probe mit 0,24 % Asbest schließt die belgische Bewertung ein Risiko bei längerer Exposition von Kindern nicht aus.