Tschechien: Das Staatliche Gesundheitsinstitut führt neue, empfindliche Methoden für Aflatoxine ein; Ergebnisse 2027 sollen mehr Mykotoxine im Monitoring der Aufnahme über die Nahrung ermöglichen
Das tschechische Staatliche Gesundheitsinstitut (SZÚ) erinnerte am 1. Oktober 2026 daran, dass Mykotoxine, darunter Aflatoxine, beim Kochen oder Backen nicht zerstört werden und sichtbarer Schimmel an der Oberfläche nur ein Teil der Kontamination ist. In seinem Zentrum für Gesundheit, Ernährung und Lebensmittel (CZVP) werden neue, empfindliche Analysenmethoden für das Aflatoxin-Monitoring eingeführt.
- Nach Angaben des SZÚ werden Mykotoxine vor allem von Schimmelpilzen der Gattungen Aspergillus und Penicillium gebildet, typischerweise bei höherer Temperatur und Feuchtigkeit während Anbau und Ernte sowie bei unsachgemäßer Lagerung; am häufigsten belastet sind Nüsse, Getreide, Mais und manche Gewürze. Besondere Aufmerksamkeit gilt den hitzestabilen Aflatoxinen; das häufigste und hochtoxische ist Aflatoxin B1, von der IARC in Gruppe 1 eingestuft.
- In Lebensmitteln mit höherem Wassergehalt — Marmeladen, Joghurts, weiches Obst — durchdringen Mykotoxine rasch das ganze Volumen, und unter dem sichtbaren Belag reicht ein Hyphengeflecht tief ins Produkt. Das SZÚ rät daher davon ab, die verschimmelte Stelle abzuschneiden: Hitze tötet die Pilze, macht Mykotoxine aber nicht unschädlich.
- Das SZÚ verweist auf jüngste Befunde von Aflatoxin B1 über dem Höchstgehalt in Produkten für Säuglinge und Kleinkinder — ein im RASFF gemeldetes Fruchtpüree im Quetschbeutel; das Institut bewertete das Risiko und bestätigte die Gründe für die getroffenen Maßnahmen. Nach Verordnung (EU) 2023/915 beträgt der Höchstgehalt an Aflatoxin B1 in Beikost und Getreidebeikost für Säuglinge und Kleinkinder 0,10 µg/kg und bezieht sich auf die Trockenmasse des Erzeugnisses (Nr. 1.1.18 des Anhangs I).
- Das CZVP betreibt das RASFF in Tschechien mit und erstellt Risikobewertungen für Überwachung und Gesetzgebung; dort ist das nationale Referenzzentrum für mikroskopische Pilze und ihre Toxine angesiedelt. Die jetzt eingeführten Methoden sollen selbst Spurenkonzentrationen erfassen; neue Ergebnisse im Jahr 2027 sollen laut SZÚ ermöglichen, das Spektrum der analysierten Mykotoxine zu erweitern und in das Monitoring der Aufnahme über die Nahrung aufzunehmen.