🔬 Bestimmung der abfiltrierbaren Stoffe (AFS)

Physikochemie PN-EN 872

Kurz gefasst

Gravimetrische Bestimmung der Konzentration suspendierter Feststoffpartikel in Wasser durch Vakuumfiltration und Trocknung. Die Prüfung erfolgt nach PN-EN 872:2007+Ap1:2007; Messbereich: 2–20 000 mg/L. Das Verfahren umfasst 10 Schritte (insgesamt rund 3 Std. 15 Min.–3 Std. 40 Min.); eingesetzt wird sie unter anderem für: Kontrolle des gereinigten Abwassers (Grenzwert <35 mg/L), Oberflächen- und Grundwasserüberwachung, Betriebskontrolle der Kläranlage.

Auf einen Blick

  • Norm: PN-EN 872:2007+Ap1:2007
  • Kategorie: Physikochemie
  • Verfahrensschritte: 10
  • Gesamtdauer der Schritte: 3 Std. 15 Min.–3 Std. 40 Min.
  • Bestimmungsgrenze: 2 mg/L (bei 1 L Probenvolumen)
  • Messbereich: 2–20 000 mg/L
  • Filterporosität: ~1,2 μm (GF/C) oder ~1,6 μm (GF/A)

Übersicht

Abfiltrierbare Stoffe (AFS / TSS — Total Suspended Solids) sind ein Maß für die Masse fester Partikel, die in Wasser suspendiert sind und auf einem Glasfaserfilter definierter Porosität zurückgehalten werden. Das Ergebnis wird in mg/L angegeben.

AFS ist einer der grundlegenden Parameter zur Beurteilung der Wasser- und Abwasserqualität. In kommunalem Abwasser betragen typische Werte 150–400 mg/L (Zulauf) und <35 mg/L (Ablauf). Hohe Feststoffgehalte beeinflussen die Wassertrübung, den Schadstofftransport (Schwermetalle, Pathogene, an Partikeln adsorbierte Pestizide), Sedimentationsprozesse und die Verschlammung von Flussbetten.

Dieser Parameter ist Pflicht in wasserrechtlichen Genehmigungen, der Oberflächenwasserüberwachung und der Betriebskontrolle von Kläranlagen. Die Norm PN-EN 872 ist eine der am häufigsten angewandten Wasseranalysenormen in Europa.

Prinzip der Methode

Gravimetrische Methode — ein bekanntes Volumen der Wasserprobe wird durch einen vorgetrockneten und vorgewogenen Glasfaserfilter (GF/C, nominale Porosität ~1,2 μm) unter Vakuum oder Druck filtriert. Der Filter mit dem Rückstand wird im Trockenschrank bei 105±2°C bis zur Massenkonstanz getrocknet, im Exsikkator abgekühlt und auf einer Analysenwaage gewogen.

AFS [mg/L] = (m₂ – m₁) × 1000 / V

wobei m₁ — Filtermasse vor der Filtration [mg], m₂ — Filtermasse nach der Trocknung [mg], V — Probenvolumen [L].

Anwendungen

Schlüsselparameter

ParameterWert
Bestimmungsgrenze2 mg/L (bei 1 L Probenvolumen)
Messbereich2–20 000 mg/L
Filterporosität~1,2 μm (GF/C) oder ~1,6 μm (GF/A)
Trocknungstemperatur105 ± 2°C
Wägegenauigkeit0,1 mg (Analysenwaage)
WiederholbarkeitVK < 10% bei Konzentration >10 mg/L

Norm

Normnummer
PN-EN 872:2007+Ap1:2007
Titel (PL)
Jakość wody — Oznaczanie zawiesin — Metoda z zastosowaniem filtracji przez sączki z włókna szklanego
Title (EN)
Water quality — Determination of suspended solids — Method by filtration through glass fibre filters

Schritt-für-Schritt-Verfahren

  1. Filtervorbereitung

    GF/C-Filter auf den Filtrationstrichter legen, 3× mit deionisiertem Wasser spülen (je 20 mL). In den Trockenschrank überführen.

    ⏱ Zeit: 10 Min.

  2. Vortrocknung

    Filter bei 105±2°C mind. 1 Stunde trocknen. Im Exsikkator mind. 30 Minuten abkühlen.

    ⏱ Zeit: 1,5 h • 🌡 Temperatur: 105°C

  3. Filterwägung (m₁)

    Filter auf der Analysenwaage auf 0,1 mg genau wägen. Masse notieren. Trocknung und Wägung bis zur Massenkonstanz wiederholen (Differenz <0,5 mg).

  4. Probenvorbereitung

    Probe gründlich mischen. Bekanntes Volumen abmessen (typisch 100–1000 mL, je nach erwarteter Konzentration). Für Rohabwasser: 50–100 mL, für sauberes Wasser: 500–1000 mL.

  5. Filtration

    Filter auf die Filtrationsanlage legen, mit deionisiertem Wasser befeuchten. Abgemessenes Probenvolumen unter Vakuum (~500 mbar) filtrieren. Zylinder 3× mit deionisiertem Wasser nachspülen.

    ⏱ Zeit: 5–30 Min.

  6. Rückstand spülen

    Rückstand auf dem Filter mit 3 Portionen à 10 mL deionisiertem Wasser spülen — dies entfernt gelöste Salze.

  7. Trocknung des Filters mit Rückstand

    Filter in den Trockenschrank bei 105±2°C überführen. Mind. 1 Stunde trocknen. Im Exsikkator mind. 30 Minuten abkühlen.

    ⏱ Zeit: 1,5 h • 🌡 Temperatur: 105°C

  8. Wägung (m₂)

    Filter mit Rückstand wägen. Trocknungs-Wäge-Zyklus bis zur Massenkonstanz wiederholen (Differenz <0,5 mg zwischen aufeinanderfolgenden Wägungen).

  9. Berechnungen

    AFS [mg/L] = (m₂ – m₁) × 1000 / V [L]. Ergebnis gemäß Norm runden: <10 mg/L → auf 1 mg/L, 10–100 → auf 5, >100 → auf 10.

  10. Qualitätskontrolle

    Blindprobe: deionisiertes Wasser filtrieren — m₂–m₁ ≤0,5 mg. Doppelprobe: RPD < 15%.

Erforderliche Geräte und Apparatur

GerätBeispielRichtpreis
VakuumfiltrationsanlageBüchner-Trichter + Saugflasche + Membranpumpe, Merck Millipore2 000–5 000 PLN
Glasfaserfilter GF/CWhatman GF/C ø 47 mm (Kat. 1822-047), Macherey-Nagel MN 85/90200–400 PLN / 100 St.
Labor-Trockenschrank (105°C)Binder FD 115, POL-EKO SLW 53, Memmert UF1105 000–15 000 PLN
Analysenwaage (0,1 mg)Mettler Toledo ME204, Sartorius Entris II, Radwag AS 220.R25 000–15 000 PLN
ExsikkatorGlas mit Kieselgel oder P₂O₅, ø 200 mm300–800 PLN
Messzylinder100, 250, 500, 1000 mL Klasse A50–150 PLN/St.

Reagenzien, Nährmedien und Verbrauchsmaterialien

ReagenzCASDetails
Deionisiertes WasserZum Spülen von Filtern und Gefäßen, Leitfähigkeit <0,1 mS/m
Kieselgel (Trockenmittel)112926-00-8Trockenmittel für den Exsikkator, mit Feuchtigkeitsindikator (blau→rosa)

Arbeitsschutz und Sicherheit

Häufige Fragen

Welche Norm beschreibt diese Prüfung?

Die Prüfung erfolgt nach PN-EN 872:2007+Ap1:2007 — „Water quality — Determination of suspended solids — Method by filtration through glass fibre filters“.

Wie funktioniert diese Methode?

Gravimetrische Methode — ein bekanntes Volumen der Wasserprobe wird durch einen vorgetrockneten und vorgewogenen Glasfaserfilter (GF/C, nominale Porosität ~1,2 μm) unter Vakuum oder Druck filtriert. Der Filter mit dem Rückstand wird im Trockenschrank bei 105±2°C bis zur Massenkonstanz getrocknet, im Exsikkator abgekühlt und auf einer Analysenwaage gewogen.

Wie groß sind Messbereich und Genauigkeit?

Bestimmungsgrenze: 2 mg/L (bei 1 L Probenvolumen); Messbereich: 2–20 000 mg/L; Filterporosität: ~1,2 μm (GF/C) oder ~1,6 μm (GF/A); Trocknungstemperatur: 105 ± 2°C.

Wie lange dauert die Prüfung?

Die für die einzelnen Schritte angegebenen Zeiten ergeben zusammen rund 3 Std. 15 Min.–3 Std. 40 Min. Das Verfahren umfasst 10 Schritte.

Welche Geräte werden benötigt?

Vakuumfiltrationsanlage, Glasfaserfilter GF/C, Labor-Trockenschrank (105°C), Analysenwaage (0,1 mg), Exsikkator, Messzylinder. Richtpreis für das Kerngerät (Vakuumfiltrationsanlage): 2 000–5 000 PLN.

Wo wird diese Prüfung eingesetzt?

Kontrolle des gereinigten Abwassers (Grenzwert <35 mg/L); Oberflächen- und Grundwasserüberwachung; Betriebskontrolle der Kläranlage; Trinkwasserprüfung (Trübung vs. Schwebstoffe); Bewertung der Effizienz von Sedimentations- und Filtrationsprozessen; Umweltuntersuchungen — Bodenerosion, Regenwasserabflüsse.

Welche Sicherheitsmaßnahmen gelten?

Trockenschrank bei 105°C — Verbrennungsgefahr, Hitzeschutzhandschuhe verwenden; Vakuum — Vorsicht mit Glasgeräten (Implosionsgefahr); Abwasserproben — potenziell infektiös, Handschuhe und Augenschutz tragen; Glasfaser — Staub nicht einatmen, nicht mit bloßen Händen handhaben.

Welches Labor führt diese Prüfung durch?

Die Prüfung führen nach ISO/IEC 17025 akkreditierte Labore durch. Auf LabCoda finden Sie sie über die Normnummer PN-EN 872.

🔍 Labor finden, das diese Prüfung durchführt